Full text: Der Heldenweg des Zweier-Landsturm 1914 - 1918

Die Bahnfahrt in den Aufmarschraum. 
LRegimentsruf des Landsturm-Infanterieregimentes lilr. 2 
3m Laufe des 15. August 1914 marschierten unter klingendem 
Spiel in guter Stimmung und strammer Ordnung die einzelnen 
Transportstaffeln des Landsturm-Infanterieregimentes Nr. 2,um¬ 
jubelt von der Bevölkerung, von der Franck-Fabrik zum Linzer 
Bahnhof. 
Welcher Kriegsschauplatz dem Landsturm beschieden sein sollte, 
war den Transporten erst von Preßburg ab zur Ahnung und bei der 
Auswaggonierung in Tornow am 18. und 19. August zur Gewißheit 
— Rußland! 
Die Fahrt ging über Wien—Preßburg—Sillein—Zablunkau— 
Teschen—Bielitz—Kalwaria—Krakau nach Tornow in Galizien. 
Auf allen Stationen Oesterreichs und Ungarns herrschte reges 
Treiben. Blumen, Rauchsachen, Getränke und sonstige Liebesgaben 
wurden in den Bahnhöfen, auf denen der Transport hielt, unter 
fröhlichem Geplauder dargereicht. Auf mancher ungarischen Station 
spielten die Zigeuner auf. Die Fahrt vom Wiener Westbahnhof 
zum Ostbahnhof in Wien auf der Verbindungsbahn — es war ein 
schöner Sonntag — glich förmlich einem Triumphzug, denn die 
Bahnlinie war an allen freien Stellen von Frauen und Kindern, 
Kopf an Kopf, wie von einem blumenreichen, Hellem Bande um¬ 
säumt, aus dem für fo manch wackeren Landstürmer die letzten 
Grüße zugewunken wurden. 
Doch weiter, weiter ging es. Wer dachte auch viel daran an ein 
mögliches zum letztenmal? Auf zum Kampf, hieß es ja, und der ver¬ 
langt ganze Männer. 
Das Regiment gehörte nun ab Tornow zur k. k. 1. Landsturm¬ 
brigade, bei der noch das k. k. Landsturm-Infanterieregiment Nr. 1, 
Wien, mit zwei Bataillonen, und eine in Salzburg mobilisierte Land- 
sturmbatkerie mit sechs modernsten Feldgeschützen (Rohrrücklauf) 
ausgerüstet, eingekeilt waren. Außer diesen Truppen waren noch 
die für eine selbständige Brigade vorgesehene Sanitätsanstalt, dann 
Berpslegs- und Munitionskolonne vorhanden. Die weitere Ein¬ 
teilung der 1. Landsturmbrigade war bei der 1. Armee, FZM. 
Freiherr v. Dankl, der sie in ihrem sieghaften Bordringen auf Lublin 
zu folgen hatte. 
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