Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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Von da ab gab der Horchdienst den Italienern keine genauen Auf¬ 
schlüsse mehr über die österreichischen Bohrungen- Die fortdauernde 
Täuschungsarbeit erfüllte ihren Zweck. 
Trotzdem glaubten sie, in ihrer Abwehrzone wieder eine Mine zur 
Entzündung bringen zu müssen und luden nochmals den Stollen 332), der 
nach ihrer Meinung im Zentrum aller österreichischen Minen gelegen wai 
und der außerdem durch die Sprengung am 13. Feber sich nach der Tiefe 
vergrößert hatte und dadurch unter die österreichischen zu liegen ge¬ 
kommen war. 
Man entfernte die Verdammung, räumte mit großer Vorsicht das 
Einsturzmaterial weg, vermauerte zersplitterte Felsen, die herabzustürzen 
drohten, und alle sonstigen Öffnungen, lud das Ende des Stollens mit un¬ 
gefähr IV2 Tonnen Sprenggelatine und leitete alles für eine Sprengung 
ein, die genau einen Monat nach ihrer letzten Explosion (am 12. Feber) 
zur Entzündung gebracht werden sollte. 
Inzwischen aber bereiteten die österreichischen Mineure den 
Schlußakt des Minenkrieges am Pasubio vor. 
n) Das Heranbringen der Sprengmunition und die 
Ladung der österreichischen Minenkammern. 
Die Munitionstransporte für die Ladung der österreichischen Minen¬ 
kammern hatten indessen schon am 3. März begonnen. Um einerseits das 
Laden und Einschlichten in die Kammern tunlichst rasch vorzunehmen, 
andererseits das Anhäufen einer so großen Munitionsmenge in der Stel¬ 
lung zu vermeiden, wurde der Transport gegen den Stollen hin gestaffelt 
gelagert, und zwar am Sommosattel, bei Folgaria, in Geroli, in den Sieg¬ 
friedkavernen, im Putzkerstollen*) und im Dom. Die Gesamtmenge betrug 
50.000 kg. 
Trotz der bis ins kleinste vorbereiteten Organisation war der Trans¬ 
port mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden. Ununterbrochen 
wüteten Schneestürme33), Depots und Träger wurden durch Lawinen ver¬ 
schüttet, Seilbahnen unterbrochen. Nicht zuletzt trug zur Verlangsamung 
der Transporte der mindere Kräftezustand der Mannschaft bei, die durch 
die unzulängliche Verpflegsration für diese Anstrengungen fast unfähig 
war. Mannschaften des 4. TJR., der Bergführer- und Hochgebirgskom- 
pagnien, des Landsturmbataillons I, der Sappeure, der Mineure, alle Offi¬ 
ziersdiener waren unausgesetzt im Trägerdienst. Sie kamen aus den 
durchnäßten Kleidern nicht heraus und rasteten im Tage höchstens vier 
F2j W'urde am 13. Feber durch die 23 m entfernte Mine des Stollens 4 zur Ex¬ 
plosion gebracht. 
*) „Putzkerstollen", nach dem Regimentskommandanten benannt, war eine teil¬ 
weise im Schnee ausgehöhlte und im Felsen eingesprengte Verbindung zwischen dem 
Plattenbataillonskommando und der Platte. 
33) Das damals herrschende Unwetter drückte im technischen Lager des 4. TJR. 
Baracken ein, wodurch 17 Mann getötet und 54 zum Teil schwer, zum Teil leicht ver¬ 
letzt. wurden.
	        
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