Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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Das Gelände des Colsanto-Pasubiomassivs lag im Angriffsraum der 
zum VIII. Korps gehörenden 59, JD. (Gm. Kroupa). 
Der nördliche Teil des Massivs wird von der Colsanto-Hochfläche 
gebildet, die bei Rovereto mit der steilen Moscheri-Platte beginnt, dann 
stufenartig in immer mehr sich verbreitenden Platten gegen ihre höchste 
Erhebung, den Colsanto (2114 m), ansteigt. Das Massiv erreicht dann 
weiter im Pasubio (2236 m)1) seinen höchsten Punkt. 
Es war klar, daß dieses Gelände dem Angriff große Schwierigkeiten 
bieten und der Widerstand des Gegners ein abschnittsweises Vorgehen 
notwendig machen werde. 
Auf italienischer Seite fiel der Colsanto in die unter Kommando des 
Gen. Oro stehende Sperrzone Agno—Posina, die, in zwei Sektoren geteilt, 
von der Vallarsa bis zum Mte. Maronia1) reichte und zum italienischen 
V. Korps (Gen. C. Zoppi) gehörte. Im Sektor Vallarsa war die Brigade 
Roma (Gen. Ricciardi) eingesetzt, im Sektor Terragnolo standen zwei 
Bataillone JR. 79 und die Alpinibataillone Val Leogra und Mte. Berico 
unter Obstl. A. Porta. Die wichtigsten Pfeiler des Verteidigungssystems 
aber, der Colsanto und der Borcolapaß, waren in Händen des 44. Terri¬ 
torialmilizregimentes. 
Mit dem Angriff auf das Colsanto-Pasubioplateau fiel der 59. JD.") 
eine sehr schwere Aufgabe zu. Sie hatte vorerst den Feind von der Berg¬ 
stufe Piazza—Noriglio zu vertreiben und später den Colsanto zu erobern. 
Der erste Teil der Aufgabe war angesichts des Umstandes, daß die An¬ 
griffstruppen, in breiter Front kämpfend, zuerst ins Terragnolo hinunter¬ 
steigen mußten, um dann im steilen Aufstieg sich die Höhen des Colsanto 
zu erkämpfen, ein besonders schwieriger. 
Zum Angriff war die 18. Gebirgsbrigade westlich, die 10. östlich ein ¬ 
gesetzt. 
Der anfangs mit 11. April festgesetzte Beginn der Offensive mußte 
wegen starkem Schneefall, der auf den Hochflächen mehrfach 2 Meter 
überschritt und jede Bewegung bei "Mensch und Tier ausschloß, ver¬ 
schoben werden. Erst Ende April begann wärmeres Wetter und man 
konnte den Beginn mit Mitte Mai festsetzen. Durch das Verschieben des 
Angriffstermines aber war auch den Italienern Gelegenheit gegeben, sich 
über die Angriffsabsichten auf der Gegenseite zu unterrichten und Vor¬ 
kehrungen zu treffen. Das Überraschungsmoment ging verloren. 
x) Auf italienischen Karten auch mit ,,Paloni" bezeichnet. 
2) Mte. Maronia (1705) 3.4 km nördlich Mie. Maggio (Spez.-Karte). 
:1) Zusammensetzung der 59. JD. (Kindt. Gm. Kroupa). 
10. Gbbrig. (Obst. v. Hranilovic). 18. Gbbrig. (Gm. Skvor), 
1/48 Mjr. Harbacher, III/31 Obstl., Berti, 
1/62 Mjr. Czikely, 11/60 Obstl. Christian, 
1/90 Mjr. Band, Fjb. 3 Obstl. Klempa, 
11/92 Mjr. Schulhof, Fjb. 15 Mjr. Reinprecht, 
II/bhL Hptm. Stromer, Fjb. 26 Mjr. Stumpf, 
Stdschbataillon Schwaz (Mjr. Benz), 5 Baone — 12 MGA. — 2 Gbknbt, 
(> Baone — 10 MGA. — 1 Gbknbt. — 1 Gbhbbt.
	        
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