Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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unter andauernd heftigem Beschüsse. Stellung war keine vorhanden, 
so daß die Besatzung der Vorstellung einer Beschießung restlos zum Opfer 
gefallen wäre. In dieser richtigen Erkenntnis hat Hptm. Fleischner nur 
eine Kompagnie, die des Oblt. Dr. Rostacher, zum Angriffe befohlen." 
d) Angriff der Bosniakenkompagnie 
Oblt. Dr. Rostacher um 21.30 Uhr auf der Platte. 
Die Verschiebung und Bereitstellung der Kompagnie Rostacher auf 
der Platte war erst in den späten Nachtstunden beendet. 
Um 21.30 Uhr gingen die Bosniaken mit bekannter Schneid und 
Tapferkeit zum Angriffe vor. Doch das in der Dunkelheit schwer zu 
überwindende und ihnen gänzlich unbekannte Gelände, das sofort ein¬ 
setzende italienische Abwehrfeuer und besonders die aus der linken Flanke 
wirkenden Maschinengewehre brachten die Angriffswellen vor der Sand¬ 
sackstellung zum Stehen. Es kam zu einem Feuergefecht aus nächster 
Entfernung. 
Um schließlich die Kompagnie, die sehr brav angegriffen hatte, nicht 
nutzlos zu opfern, befahl der Kompagniekommandant die Zurücknahme 
in die Hauptstellung. Zwei Offiziere und fast zwei Drittel des Gefechts¬ 
standes blieben tot oder verwundet auf dem Kampfplatz liegen. 
Über die Wucht dieses in Wellen vorgetragenen Angriffes und über 
die Tapferkeit der Bosniaken berichtet die Geschichte des Bataillons 
Aosta: 
,,Die Österreicher machten im Dunkel der Nacht drei aufeinander¬ 
folgende Angriffe,60) einer heftiger als der andere. Alle drei wurden zu¬ 
rückgeschlagen, weil die Alpini von einer heiligen Begeisterung zum Siege 
erfüllt waren. Die Österreicher fielen in Haufen vor unseren Gräben und 
unaufhörlich kamen neue hinzu." 
Obst, von Partyka, dem vom Mißlingen des Gegenstoßes Meldung 
erstattet wurde, drängte dessenungeachtet weiter, die Italiener gänzlich 
von der Platte zu vertreiben. 
Mjr. Högn erteilte daher dem Hptm. Fleischner schriftlich den Be¬ 
fehl zur Wiederholung des Angriffes beim Morgengrauen mit stärkeren 
Kräften und ohne Rücksicht auf die Verluste. Außer den zum Angriffe 
befohlenen Kompagnien (6. und 8.) wurde noch die eben eingetroffene 
1. Kompagnie (Lt. Morelli) zur Verfügung gestellt. 
Zugleich erging der Auftrag, die Reste des I. und IV. Bataillons und 
der Maschinengewehrabteilungen des 1. Kaiserjägerregimentes aus der 
Stellung auf der Platte zu ziehen. 
„Groß war allerdings die Zahl der Jäger nicht, die diesen Befehl er¬ 
lebten," schrieb Lt. Oberguggenberger. ,,Die 4. und 1. Kompagnie mar¬ 
schierten nun zum zweitenmal, stark dezimiert, von der Platte ab, dar¬ 
unter nur wenige Offiziere und Mannschaften, die im September die 
ß0) Damit dürfte das Vorgehen der drei Angriffswellen gemeint sein
	        
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