Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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patrullen in die Hauptstellung zurückgingen. Der Erfolg bestand immer¬ 
hin in einem Zurückdrängen der Alpini gegen die Plattenspitze. Außer¬ 
dem blieben 1 Offizier und 16 Gefangene des Bataillons Aosta in ihrer 
Hand. Die Geschichte dieses Bataillons bringt ebenfalls die Schilderung 
dieses Gegenstoßes, wobei allerdings ein Irrtum insoferne unterlaufen 
sein dürfte, daß der Angriff der Kaiserjäger auf 5 Uhr und 6.30 Uhr ver¬ 
legt wird. Tatsächlich fand nur der eine Angriff um 2.30 Uhr früh statt. 
Die Geschichte des Bataillons Aosta berichtet: 
,,Eine andere Gruppe der Österreicher wurde um 5 Uhr früh zurück¬ 
geschlagen. Um 6.30 Uhr kehrten die Kaiserjäger vom 1. Regiment jedoch 
nochmals, aber mit stärkeren Kräften zurück. Das Bataillon mußte ihnen 
Spanne um Spanne des bereits eroberten Bodens überlassen und sich 
etwa 100 Meter zurückziehen. Ein kleines, aber bitteres Opfer, weil jeder 
Meter zurück einen Toten kostete. Viele tapfere Offiziere und Alpini 
waren tot oder schwer verwundet. Capitano Baucherio erhielt eine sehr 
schwere, Oblt, Mario Cucco eine schwere Verwundung. Lt. Guido Orio 
wurde, wie so viele andere, von Granaten in die Luft geschleudert." 
c) Angriff derltaliener aiuf der Platte um 11 Uhr 
vormittags und darauffolgender Gegenstoß der 
Kaiserjäger. 
Nach diesem Kampfe trat eine nur kurz andauernde Ruhe ein, dann 
begann neuerdings eine heftige Beschießung, die einen italienischen An¬ 
griff vorbereitete, der nur mit schwerer Mühe und mit dem Einsätze 
stärkerer Kräfte abgewiesen werden konnte. 
Wir lassen darüber Lt. Oberguggenberger berichten: 
,,Schon um 7 Uhr morgens setzte neuerdings ein Artillerie- und 
Minenwerferfeuer ein, das bald eine noch nicht dagewesene Intensität 
erreichte. Es schien, als ob die feindlichen Batterien einen Geschwindig¬ 
keitsrekord im Schießen aufstellen wollten, so hagelte es von allen Seiten 
auf die Platte, auf die Vorstellung der Sektion 8 und auf die Mulde hinter 
dem Gruppenkommando und auf den Anmarschweg der Reserven nieder. 
Während dieses rasenden Feuers wurde die Kaverne 1 und die Maschinen¬ 
gewehrkaverne hinter dem linken Flügel der Hauptstellung verschüttet. 
Zwei Maschinengewehre wurden dabei unbrauchbar gemacht, so daß die 
MGA. IV nur mehr über ein brauchbares verfügte 
Von außenstehender Beobachtung mag es den Eindruck gemacht 
haben, daß auf der Platte keine Maus mehr am Leben sein konnte, denn 
der ganze Raum der Sektion 7 war zum feuerspeienden Berg geworden, 
über dem eine mächtige, flammendurchzuckte Rauchwolke lagerte.55) Als 
55) Mjr. Högn meldete um 9.50 Uhr vormittags: „Das seit den frühen Morgenstun¬ 
den wieder einsetzende feindliche Artillerie- und Minenwerferfeuer nimmt, vornehmlich 
gegen die eigene Platte, an Heftigkeit immer mehr zu. Die Platte ist konstant in Rauch 
und Flammen gehüllt, während alle Anmarschwege und Sammelräume unter heftigstem 
Sperrfeuer liegen."
	        
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