Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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c) Gegenstoß der Kaiserjäger um 18 Uhr. 
Wie damals setzte der Sektionskommandant Lt. Oberguggenberger 
sofort die in der Kommandokaverne befindliche Reserve zum Gegenstoße 
an, der es in hartem Kampfe und unter sehr schweren Verlusten ge¬ 
lang, die sich tapfer wehrenden Alpini wieder bis über die Hauptstellung 
hinaus zurückzudrängen. Weiter aber langte die Stoßkraft der bereits 
durch Verluste sehr geschwächten Verteidiger nicht. Es entwickelte sich 
ein vierstündiges stehendes Feuergefecht, weil beide Teile die Kraft zur 
Fortsetzung des Angriffes nicht mehr aufbrachten. 
Trotz dieses örtlichen Erfolges war die Lage für die Kaiserjäger 
eine recht kritische geworden. Die Besatzung war durch Verluste sehr 
geschwächt, alle Reserven waren aufgebraucht. Die zu Beginn des italie¬ 
nischen Angriffes von Lt. Oberguggenberger herbeibefohlenen Züge der 
1. Kompagnie waren nicht erschienen, weil, wie sich später herausstellte, 
der Meldemann gefallen war. Erst als nacheinander Teile der von 
Mjr, Högn zugeschobenen 15. und 16. Kompagnie eintrafen, war die größte 
Gefahr beseitigt. 
Über diesen Gegenstoß der Kaiserjäger schreibt die Geschichte des 
Bataillons Aosta: 
,,Die Österreicher gaben aber das Gelände auch um den Preis ihres 
Blutes nicht her. Die Nacht kam und mit ihr ein Gegenangriff, den 
Oblt, Urli und die 41. Kompagnie abwiesen und 35 Gefangene, darunter 
3 Offiziere, machten." 
Das Zurückdrängen über die Hauptstellung ist im Berichte nicht 
angeführt. Die Gefangenen waren die Insassen der verschütteten Ka¬ 
verne 3. 
Zum zweiten Male während der Oktoberkämpfe war es also den 
Italienern gelungen, den rechten Flügel der Hauptstellung vollständig 
einzudrücken, und wieder wurden sie, obgleich in großer Übermacht, zu¬ 
rückgeworfen. Den Alpini aber hätte diesmal ein entschlossenes Fort¬ 
führen des Angriffes d'en Besitz der Platte bringen können. Ein großer 
Teil der Besatzung wäre in Gefangenschaft geraten. Der schneidige 
Gegenstoß der Reserve hatte die Lage wieder gerettet. 
Die nach dem Gegenstoß eingetroffene, zusammen allerdings nur 
aus 70 Mann bestehende Verstärkung der 15. und1 16. Kompagnie wurde 
sogleich in die Hauptstellung eingesetzt und dadurch ihre Verteidigungs¬ 
kraft beträchtlich gefestigt. 
Außerdem hatte Mjr. Högn über Bitte des Lt. Oberguggenberger 
die Sappeurkompagnie 5/V, die Pionierabteilungen des I. und IV. Batail¬ 
lons sowie eine Halbkompagnie der Gruppenreserve zum Abschub der 
Toten und Verwundeten und zur Instandsetzung der zerstörten Stellungen 
zur Verfügung gestellt, wodurch die Besatzung entlastet wurde und die 
Verbände geordnet werden konnten. Dies war schon aus dem Grunde 
notwendig, weil Obstbrig. v. Ellison um 23.30 Uhr die gänzliche Säuberung 
der Platte durch eine Unternehmung noch in derselben Nacht anbefohlen 
hatte. 
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