Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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vom ,»Ferro di Cavallo"45) befand und ,,Cappello di Carabinieri"46) genannt 
wurde. Dort waren immer kleine österreichische Posten eingenistet, die 
jetzt beim Vorbrechen unserer Abteilungen abzogen und das Alarmsignal 
gaben. Eine unserer Erkundungspatrullen konnte auch alsbald das Vor¬ 
gehen einer stärkeren österreichischen Abteilung von Sogli Bianchi her 
melden, die jedoch durch eine Lage Torpedominen und Gewehrsalven von 
uns zurückgetrieben wurden. 
Dafür legte sich heftiges Geschützfeuer auf den Cappello di Cara¬ 
binieri und bildete vor unserer Stellung eine undurchdringliche Wand. 
Indessen ging nach den Befehlen des Kommandanten des III/158, Hptm. 
Ferraro, die 11. Kompagnie vom sogenannten „Disco"47) mit vier Zügen 
gegen den ,,Cocuzolo dei Morti" (Totenhügel)48) vor, vertrieb dort eine 
kleine österreichische Wache und setzte sich fest. Die 10. Kompagnie 
folgte unmittelbar links der 11., um ihre Flanke zu schützen. Sie konnte 
nur unter den schwersten Verlusten, unter dem Feuer der österreichischen 
Batterien ihre Aufgabe durchführen. Rechts besorgte die 9. Kompagnie 
den Flankenschutz. In der Mitte der 10. und 11. Kompagnie ging eine 
Sektion Maschinengewehre in Stellung. Dann stürmte die 11. den Hang 
des Hügels hinauf, eröffnete die Hindernisse und besetzte einen öster¬ 
reichischen Graben. Dabei fiel auch ein Maschinengewehr in ihre Hände. 
Da aber auch dem weiter vorwärts gelegenen Graben ein Hindernis vor¬ 
gelegt war und sonst auch überall und nach allen Richtungen Hindernisse 
errichtet waren, beschränkte sich die 11. darauf, den genommenen Grabers 
zu befestigen. Mit der 9. links und der 10. rechts bildete sie nun eine 
Linie. Die Maschinengewehre gingen im Vorgelände in Stellung und 
zwangen die Österreicher, sich in ihren Unterkünften zu verkriechen. 
Von 2 Uhr bis 5 Uhr blieb das III/158 festgeklammert an den Hän¬ 
gen des furchtbaren Groviglio. Leider waren keine Reserven zur Unter¬ 
stützung vorhanden. Die Österreicher machten wiederholte Gegenstöße, 
wurden aber immer wieder zurückgeschlagen. 
Inzwischen war das 11/157 dem Feuer der österreichischen Batterien 
preisgegeben und' mußte sich zurückziehen. Nur das III/158 verblieb noch 
in seiner Stellung, immer von einer Umzingelung bedroht. Die 12. Kom¬ 
pagnie ging auch noch in der Richtung gegen den Dente vor, von dessen 
nördlichen Hängen her unser Rücken bedroht war. Um 5 Uhr früh kam 
dann der Befehl, sich in die Ausgangsstellung zurückzuziehen. Hunderte 
auf diesem furchtbaren Felsen der Kote 2059 liegende Gefallene waren 
45) Ferro di Cavallo — ab 1917 ein italienischer Stützpunkt, von den Österreichern 
„Cadornastützpunkt" genannt. 
46) Cappello di Carabinieri, ab 1917 ein italienischer Stützpunkt, von den Öster¬ 
reichern ,,Cadorna-Ost" bezeichnet. Der westlich des Cappello di Carabinieri gelegene 
Hügel wurde von den Italienern „Cocuzolo Carabinieri" benannt und war mit dem Hü¬ 
gel Kote 2100, dem österreichischen „Sturmhügel", gleichbedeutend. 
47) Disco, österreichischerseits „Neutraler Hügel" genannt. 
48) Cocuzolo dei Morti, Standpunkt der österreichischen Feldwache 3, wurde 
Mitte 1917 als Stützpunkt IV ausgebaut. Gegen ihn richteten sich auch die Angriffe am 
9. und 10. Oktober.
	        
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