Full text: Die Pasubio-Kämpfe 1916 - 1918

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Beginn des Ausbaues d e r V e r t e i d i g u n g s s t e 11 u n g 
am Roiterücken. 
Durch den Einsatz des kombinierten Bataillons Mjr. v. Kurovsky 
westwärts der Roitespitze (2150) und des IV. Bataillons ostwärts derselben 
war um Mitternacht auf 11. Oktober die neue Widerstandslinie am Roite 
vom Stützpunkt D — 1 bis zum Anschluß an den UA. Pasubio, Sektion 6 
(Riegelstellung), lückenlos besetzt, hatte aber weder Kampfgräben noch 
Unterkünfte oder Kavernen. Die Besatzung war d'er Beschießung und der 
Witterung schutzlos preisgegeben. 
Die Ausgestaltung der neuen Linie stieß auf große Schwierigkeiten. 
Abgesehen vom Mangel an Material für den Stellungsbau ließ das un¬ 
unterbrochene feindliche Artilleriefeuer untertags eine Bautätigkeit nicht 
zu. So waren am Abende erst ganz einfach hergestellte Postenstände mit 
einem vorgelegten Schnellhindernis fertig. Erst nachts konnte die Be¬ 
satzung darangehen, einen durchlaufenden tieferen Kampfgraben anzu¬ 
legen und dabei auf die Anlage von Traversen gegen das flankierende 
Geschützfeuer vom Basso Buole, von Aste und vom Pasubio her Bedacht 
nehmen. 
Gerade an diesem Tage lagen die im Entstehen begriffenen Stellun¬ 
gen unter sehr heftigem und andauerndem Feuer der italienischen Bat¬ 
terien, das ab 15.30 Uhr sich immer mehr steigerte. Im Laufe dieser Be¬ 
schießung wurde um 16.30 Uhr der Regimentsbeobachtungsstand,39) der 
durch die Rückverlegung der Widerstandslinie auf den Roite in die 
vorderste Linie gerückt war, von einer Granate getroffen. Der Re¬ 
gimentskommandant Obst. Fischer von See war sofort tot, die beiden 
Regimentsadjutanten Hptm, Harant und Oblt. Rudolf v. Gelmini wurden 
leicht verwundet. 
Über den tragischen Tod des Kommandanten des 3. TJR., Oberst 
August Fischer von See, schreibt der 2. Regimentsadjutant Oblt. Rudolf 
von Gelmini: 
„Vor dem Regimentskommando war ein halb in den Felsen einge¬ 
sprengter, kleiner, aus Brettern und Sandsäcken erbauter Beobachtungs- 
stand', in dem sich Oberst von Fischer und der 1. Regimentsadjutant 
Hptm. Harant aufhielten. Nach dem einfachen Mittagessen am 11. Ok¬ 
tober erhielt ich von Obst, von Fischer den Auftrag, die neue Roitestellung 
abzugehen und von der Verteidigungsanlage eine Skizze zu zeichnen. Um 
ungefähr 16 Uhr hatte ich den Befehl durchgeführt und kehrte zum Be¬ 
obachtungsstand zurück. Indessen hatte Obst, von Fischer unsere Offi¬ 
ziersdiener ins Bisortetal geschickt, um dort ein Nachtlager herzurichten. 
Es war bereits eine halbe Stunde seit meiner Rückkehr vergangen. 
Obst, von Fischer schrieb eben eine Karte an seine Frau, ich zeichnete 
39) Nächst K. 2042 im Nordwestteil d. Roiterückens, spät. „Fischerhügel" genannt.
	        
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