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Dienern Bnrghausen, dessen Räume noch erheblich vermehrt wer¬
den können, berufen, neben den geschichtlichen itnb volkskund¬
lichen Sammlungeu auch die Darstellung der heimatlichen
Natur, b. H. der Geologie und Mineralogie, der Fauna und
Flora, iiin seinen Arbeitsbereich! zu nehmen. Zahlreiche. Naturob-
jefte und gutes Bildermaterial sollen vor allem iu der Jugend
neben Kenntnissen auch Liebe zu unserer Heimat erwecken und
fördern und nicht zuletzt zur Beobachtung im Freien anregen.
Dieses und der Gedanke des Naturschutzes sind die Leitmotive
unserer Bestrebungen, nicht aber etwa die Ausstellung möglichst
vollständiger systematischer Sammlungen.
Jede Stadt unseres lieben Inn- und ©alzachgaues hat sein
historisches Museum oder sein Heimatfyaus, jede dieser mit Fleiß
und Liebe erstellten und betreuten Sammlungen hat ihre be¬
sondere Seele und ihre ganz eigenen Werte. Denn nichts ist
Unrichtiger als zu sagen: Von den Heimatmuseen ist eins wie
das andere. Der wahre Heimatsreiunb will sie alle kennen
lernen und so fein Wissen von der Heimat erweitern und ab¬
runden. Damit werden sich ihm viele Zusammenhänge und
Wechselbeziehungen .offenbaren und es wird auch, bas große,
erstrebenswerte Ziel einer verständigen Zusammenarbeit der
Heimatvereine immer mehr erreicht werden.
Verklungene Abtei am Inn.
(Formbach)
Von Max Karl, St. Martin, Jnnkr eis.
Zwei Türme ragen aus dem Tale
Gar wuchtig in das Land hinaus,
Mt Hellem ehern Glocken schalle
Grüßt mich ein stilles Gotteshaus.
Der grüne 3im umbraust die Stätte,
Darinnen einst der Arüder Ehor
3n feierlicher Morgenmette
Sein Loblied sang zum Lerrn empor.
Äon Dörmbachs Grafen einst ge¬
gründet,
Den Mannen Aenedikts geweiht,
Hat Ehrtstt Lehr' es treu verkündet
Wenn auch gedroht manch’ Sturm
der Zeit
Gs hat getobt um seine Mauern
Des Krieg- s Unheil Mord u Arand,
Doch auch in allen Kriegesschauern
Hielt it-irch’ u Kloster mutig stand
Ais dann vor mehr als 100 Jahren
Die Staatsgewalt ein Gnd' gemacht,
Und von dem Lang, dem wunder¬
baren,
Kein Ton mehr drang in düstre Nacht.
Sie zogen aus des Klosters Lallen,
Das Kreuz aufnehmend in Geduld,
Den harten Kreuzweg still sie wallen,
Zu sühnen für der Mächtigen Schuld.
Noch stehen Deine alten Mauern
Dom 3nn umbraust, auf steiler
Löh'.
Mich überkommt ein stilles Trauern
Menit deine Einsamkeit ich seh'.
Doch deine Glocken helle klingen,
Gar hoffnungsvoll tönt ihr Choral,
Mir ist's, als wollten sie mir fingen!
Wir sehn die Mönche noch einmal: