Full text: Der Inn-Salzachgau 40. Heft 1936 (40. Heft / 1936)

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Frau nicht fef>lt. 4 5 Wie alt ist die Wallfahrt Altenburg? Das 
Gnadenbild, eine stehende Madonna mit Kind, ist eine bemalte 
Holzfigur vom Ende des 15. Jahrhunderts. Die Wallfahrt war 
sicher schon vor 1701 in Flor, vor Wenings Beschreibung, 
also im 17. Jahrhundert. Ich möchte auf Grund eines Mirakel 
berichtes im ältesten gedruckten Tuntenhausener Mirakelbüch 
lein von 1527, das die Jahre 1525 27 umfaßt^ annehmen, 
daß Altenburgs Kirchlein damals schon Wallfährtscharakter hatte. 
Der Bericht lautet: „Lin kind von Aying ist in tödtliche kranckheit 
gefallen /vnd von vatter vnd mueter für todt vmbgezogen 
worden / hat die mueter verredt das jar nit gen Tunttenhausen 
zegeen / hats kind verhaissen zu ainer kirchen mit namen 
Alltenpürck/ hat aber nit geholffen. Hat wider in sich selbs 
geschlagen jr fürnemen in jr selbs gestrafft vnd das kind zu 
der muter gots gen tuntten. verhaissen vnd sy selbs daher 
kommen / ist das kind gsund worden." 
Line Heimatschriststellerin. 
Franziska Reiß ist eine Altbayerin. Ihre Kindheit 
und Jugendzeit verbrachte sie in Schwindkirchen im Gold- 
achtal. Erzogen wurde sie im Institut der Franziskanerinnen zu 
Kloster Au am Inn. War schon der Kreis im Elternhaus groß 
und anregend — sechs Geschwister wuchsen neben ihr auf und 
viele Freunde gingen im geselligen, musikfreudigen Haus ein 
und au8 —, so empfing Franziska Reiß ih-re tiefsten Eindrücke 
vom Leben der Heimat im elterlichen Kaufladen. Da kehrten 
sie alle ein, die großen Bauern auf Stunden im Kreis, die 
Handwerker, Häusler, Knechte und Mägde. Durch ihre Heirat 
kam -Franziska Reiß dann nach Fürstenfeldbruck, das ihr nun 
zur zweiten Heimat geworden ist. Sie wurde Mutter, verlor aber 
ihren talentierten Buben im blühenden Kindesalter. Um den 
Schmerz um ihr Kind zu betäuben, studierte Franziska Reiß 
Musik und griff zur Feder, wurde Schriftstellerin. Ihr Talent 
wurde anerkannt. Fünf Romane sind im Laufe weniger Jahre 
zuerst in der „Münchener Zeitung" erschienen: „Der ersehnte 
Morgen", „Mondnacht", „Der blaue Schrank", „Frauenopfer" 
und „Das Sündenhäusl". 
4 ) Mayer - Westermayer, Diözesanbeschreibung II, S. 234 (Regens 
burg 1880). 
5 ) „ Etliche mercklich gnad" etc., B. Staatsbibliothek München.
	        
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