Volltext: Der Inn-Isengau 34. Heft 1933 (34. Heft / 1933)

Vorgeschichtliches 
aus der Maflerburger Gegend. 
Von Richard Brenner, Markt Schwaben. 
Bisher hat die Vorgeschichte in der Heimatforschung 
eine sehr untergeordnete Rolle gespielt, zu Unrecht, denn 
sie ist mindestens ebenso interessant wie die Geschichte. 
Es ist daher sehr erfreulich, daß die Schriftleitung ersterer 
hier auch Raum gönnt und sie hat damit das Verdienst 
der Heimatforschung neue Gebiete zu erschließen. Im 
Folgenden soll eine Knappe Einführung in die Vorge 
schichte der Wasserburger Gegend gegeben werden. 
Was ist überhaupt Vorgeschichte? Das Wissen von 
dem, was in Bezug auf materielle Kultur „vor" der 
„Geschichte" war, also ehedem es eine landeseigene Ge 
schichtsschreibung (und Urkunden) gab. Kunde über diese 
Zeiten wird uns einzig aus dem Boden und man nennt 
diese Zeugnisse, als da sind: Gräber, Erdwerke, Einzel 
fundstücke usw. — Bodendenkmale. Bekannt sind be 
sonders Hügelgräber und Schanzen. Diese werden im 
Volksmund mit den Römern in Verbindung gebracht, 
was aber irrig ist. Außer diesem Volk ist noch ein 
anderes bekannt, das in unserer Gegend gesiedelt hatte, 
das der Kelten. Wiederum vordem — um einmal gleich 
weiter auszuholen — lebten hier veneto-illyrische Volks 
stämme, deren Namen uns jedoch nicht überliefert sind, 
wie auch von hier ab jede allgemeine Kenntnis versagt. 
Noch weiter zurück haben wir es mit anderen Angehö 
rigen der indogermanischen Völkerfamilie zu tun. Wir 
bezeichnen selbe gemäß ihrer materiellen Kultur als Bron- 
zezeitler und Iungsteinzeitler. Und so sind wir denn da 
angelangt, wo die Vorgeschichte anhebt! 
Wir müssen uns also jetzt — leider ohne weitere 
Begründung — mit der Tatsache vertraut machen, daß 
in der 2. Hälfte des 3. Jahrtausends v. Ehr. Menschen in 
unserer Gegend lebten und sich von Ackerbau, besonders 
von Viehzucht nährten. Wie heute noch manche Völker 
und Volksstämme, so kannten auch diese das Metall 
noch nicht, verfertigten sich jedoch Hämmer, Meissel und
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.