Full text: Der Inn-Isengau 34. Heft 1933 (34. Heft / 1933)

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Bayerns, Heidelberg 1929, S. 57 ff.). Besondere Beachtung ver 
dient die S. 36 ff. gut dargestellte ständische Abstufung der Ehe 
bruchstrafe in der Landesordnung von 1378, die neben die ver 
schiedene Behandlung von Männern und Frauen tritt. Auffällig 
ist es, wie oft der bagerische Gesetzgeber im 17. Jahrhundert zu 
Ehebruch und Bigamie Stellung nehmen mußte (S. 43 ff.)- das 
wllrde allein schon zeigen, daß man sich hier Uber die einzuschla 
genden Mittel nicht ganz sicher war. FUr die Entwicklung im 19. 
Jahrhundert hätte vielleicht herangezogen werden können, was 
Millermaier (Vergleichende Darstellung des deutschen und aus 
ländischen Strafrechts, Besonderer Teil, IV, Berlin 1906, S. 12 ff., 
84 ff., und 91 ff.) bietet. 
Jedenfalls, alles in allem eine anregungsreiche Schrift. Aus 
kleinen Bausteinen muß auch die Wissenschaft der bäuerischen 
Nechtsgeschichte erstellt werden. Daß der Verfasser seinen Stein 
dazu beigetragen hat, wollen wir ihm danken. 
privatdozent Dr. Eugen Wohlhaupier, München. 
Dr. Michael Richard lßudt, Oberdeutsches Flurnamenbuch. 
2. Aufl. Bagreuth 1931, B. Seligsbergs Antiquariatsbuchhand- 
lung, Änh. Fritz Seuffer. XXVI u. 316 S. 
M. N. Buck, geb. 1832, stammle aus einer wohlhabenden 
Bauersfamilie in Erlingen am Bussen; von 1874—88 war er 
Oberamtsarzt in Ehingen an der Donau und starb dort 1888. Er 
war ein gründlicher Geschichtö- und Volkslumsforscher und fein 
gebildeter Sprachenkenner, der die Heimatforschung mit mannig 
faltigen Arbeiten auf dem Gebiete der Namenkunde und des Volks 
glaubens bereicherte. Sein „Oberdeutsches Flurnamenbuch", das 
Ergebnis eines fast 30jährigen Sammelfleißes, erschien i. Ä. 1880 
und war vielen Freunden der deutschen Sprach- und Heimat- 
geschichte der erste Führer und Berater durch die Flurnamen. Trotz 
dem seither die Giedlungs- und Flurnamenforschung bedeutende 
Fortschritte gemacht hat, behält Buck's Werk seinen Wert, weil es 
auch heute noch die einzige Arbeit ist, die das gesamte oberdeutsche 
Sprachgebiet erfaßt und dann, weil es zur Deutung und Erklärung 
der Flurnamen zahlreiche schriftliche Belege aus Urkunden, Qrbarien, 
LehensbUchern und WeistUmern heranzieht. Obwohl sich die 
Arbeit Uber ein so großes Gebiet erstreckt, fehlen darin kaum Grund 
wörter und die Grundformen werden nach den verschiedenen Mund 
arten der oberdeutschen Namensgebiete angegeben, wobei z. B. das 
bairische Stammgebiet noch eigens nach dem Vorkommen der Be 
zeichnungen in Ober- und Niederbagern, Ober- und Niederöfter 
reich, Salzburg, Steiermark und Tirol angeführt wird. Der Druck 
der 2. Auflage ist gut und Übersichtlich. Der Herausgeber und 
Verleger Fritz Seuffer verdient den Dank aller Namen- und Sprach- 
geschichtsforscher. I. Weber. 
Dr. Georg VölKI, Kirchdorf. Eine Pfarreigeschichte aus dem 
Ampertal. Freising 1932. 274 S. u. 23 Abb. 2.50. (Zu 
beziehen durch Studienpräfekt De. Völkl, Neuburg a. D.)
	        

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