„Die Dicken müssen raus!" Das war
die Parole, die an einem der letzten Tage auf
der Görlitzer Kreisbahn laut wurde. Alles
satz, so berichtet der „Bote aus der Oberlau-
sitz," vergnügt und heiter im Zuge. Stolz ver¬
lieh das Dampfrotz den Bahnhof Hilbersdorf
und klomm den steilen Berg , hinan. Immer
langsamer aber gestaltete sich die Fahrt, immer
kürzer wurde der Atem der Lokomotive. Auf
halber Höhe der Zahnradbahn gab es einen
Ruck: das Zügle bewegte sich nicht von der
Stelle. Noch einige Anläufe wurden mit den
letzten Kräften des Dampfrosses unternommen,
doch alle Anstrengung war umsonst. Schlie߬
lich konnte man es auf der abschüssigen Bahn
nicht länger halten, einen Wutschrei stietz es
aus, und langsam und bedächtig fuhr es nach
Hilbersdorf zurück. Dort erkannte man, dcttz
die Last zu grotz war, die man ihm aufge¬
bürdet hatte. Einmütig wurde beschlossen, die
schwersten Passagiere auszusetzen- was denn
auch geschah. Nun begann eine neue Attacke,
und — sie gelang. Stolz stürmte das Dampf¬
rotz lden Werg hinan und überwand glücklich das
Hindernis.
SelbstschäHnng. Richter: Datz der
Ausdruck .»Dummkopf" seitens des Ange¬
klagten gefallen ist, steht nach den Aussagen
der Zeugen fest, nicht aber, auf wen er sich
bezogen hat. — Kläger (erregt einfallend):
Auf wen sollte er sich denn bezogen haben, als
auf mich?
Die größte Sorge. „Ich weitz nicht, was
werden soll, wenn ich plötzlich sterben würde."
„Na, auf alle Fälle habe ich ja das Schwarz¬
seidene."
Feine Marke. Weinhändler (zum
Geschäftsführer): „Ich kann mir nicht helfen,
der Kerl, der Hausdiener mutz von unserem
Wein trinken!" — „Wieso?" — „Noä, ist der
Kerl nicht alle Augenblicke krank?!"
Deutscher Rekord. Zweitausend Kilo¬
meter ist der Stöffler in einer Tour gefah¬
ren, meine Damen; können Sie sich vorstellen?"
„Ach, zeigen Sie mir doch mal mit den Hän¬
den, Herr Doktor, wie lang ist denn eigentlich
so ein Kilometer?"
„Ich wünschte, ich könnte Herauskrie¬
gen, wer diesen niederträchtigen anonymen
Brief geschrieben hat," sagte der Wahlkandidat
bei der Durchsicht
der eingelaufenen
MM Briefe. — „Wol-
len Sie ihn vor
Gericht bringen?"
— „Nein, ganz
W im Gegenteil!
Der Bursche hat
so schneidige An-
züglichkeiten zur
Verfügung, datz
ich ihn gern enga-
gieren würde, um
' ein paar politische
fl] Reden für mich zu
verfassen."
Um Mitter¬
nacht. „Mutti,
ich kann nicht
schlafen, erzähle
mir doch ein Mär¬
chen!" „Warte,
nur Kind! Pajw
kommt gleich nach
Hause; der wird
uns beiden schon
ein's erzählen!"