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leicht manchen der „Linnenen" resp. Pf tanzen fa fernen zu anderer
Ansicht bekehren dürfte. Derselbe äußert sich darüber wie folgt:
Die WolMeidung als Gesundheitsschutz.
„Die Ausstellung für Hygieine in Berlin zeigte uns unter vielem anderen die gesundheits
schützende oder befördernde Kleidung betreffenden auch eine Kollektion der sogenannten Nor
mal - B e k l e i d u n g s - G e g e n st ä n d e nach Prof. Jage r. Diese Bekleidungsmethode,
welche iti den letzten Jahren von Si'iddeutschland her, wo sie schon sehr verbreitet ist, unauf
haltsam nach allen Seiten hin vordringt, soll uns Gegenstand einer Besprechung sein,
da die Sache wichtig genug ist, um einmal einem gröberen Publikum klar gelegt zu wer
den. Wir betonen hierbei vorweg ausdrücklich, daß wir von allen den allgenrein als Exzen-
trizitüten aufgefaßten „Seelenstudien" des Professors Jäger völlig absehen, daß rvir vielmehr
rvesentlich eigene, jahrelange Erf ah rung en rrnd Nniersu ch un g en dieser Be
sprechung zu Grunde legerr. (Fortsetzung folgt.)
Herr Prof. vr. W. Sncken in Gießen,
der approbirt Ausgegebene, physiatrisch aber Gerettete.
Vom Herausgeber.
Es sind nur von verschiedenen Seiten ent paar Nummern der neuen „ H essi s ch e n V o l k s -
blätter" von diesem Jahre zugekommen, in denen ich das Nachstehende blau angestrichen
farrd, beut ich gerne einen Platz im „N.-A." einräume rurd am Schluß eirrige zeitgemäße
Worte beizufügen mir gestatte. G. W.
Erklärung.
Das Zeugnis, zu dem mich die Redaktion d. Bl. am 16. d. M. öffentlich
aufgefordert hat, lege ich mit Freuden ab. Mit Freuden — weil es einer
guten und gerechten Sache gilt — aber doch auch nicht ohne eine Regung
des Bedauerns, denn es kann nicht abgelegt weiden, ohne daß ich gleichzeitig
eine Art von Hinrichtung öffentlich vollziehe. Das „Eingesandt" in Nr. 13
schließt mit den Worten: „Dies der wahre Sachverhalt"; ich aber erkläre so
gleich : seine ganze Darstellung ist in allem wesentlichen falsch, unwahr von
der ersten bis zur letzten Zeile. Das „eingesandt" beginnt mit der Versicherung,
seine Angaben stammten von „ganz zuverlässiger Seite". Ich aber erkläre
öffentlich: Wer dem Einsender diese Dinge mitgeteilt hat, unter dem Vor
geben, er sei authentisch unterrichtet, der hat ihn schändlich hintergangen.
Es heißt in dem „Eingesandt": „Herr Prof. Oncken litt an einer Rippenfell
und Herzbeutelentzündung." Hiernach hätte ich also an einer Lungenentzün
dung gar nicht gelitten und nun komme ich mir in der That sehr wunderbar
vor, da ich öffentlich konstatiren muß. daß, solange ich überhaupt krank war,
meine Lunge und zwar deren linker Flügel wirklich und wahrhaftig der Haupt
sitz meiner Leiden und der Hauptqnell meiner oft recht empfindlichen Schmerzen
gewesen ist. Hierüber hat denn auch unter denen, die mich behandelt haben,
weder Zweifel noch Meinungsverschiedenheit bestanden. Insbesondere die Herren
von der medizinischen Wissenschaft haben sich darüber mit größter Bestimmt
heit ausgesprochen. „Sie haben ja Lungenentzündung." sagte am 24. Oktober
1884 mein damaliger Arzt, nachdem er meine linke Schulter, wo ich bloß
Rheumatismus zu haben glaubte, zum erstenmale genau untersucht hatte und
auf Lungenentzündung hat er mich danach behandeü; „jetzt ist der ganze linke
Lungenflügel entzündet," sagte er bereits am 27. Oktober nach Ausweis un
seres unbedingt zuverlässigen Tagebuches. Lungenentzündung hat dann auch
am 28. Oktober der Universitätsprofessor ausdrücklich konstatirt, der auf An
dringen meines Arztes herbeigerufen worden war; ich erinnere mich noch genau