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Zusammenhange stehen und von einander abhängig sind, so interessiren
uns hier zunächst vor Allem die beiden ersterwähnten Akte, welchen
wir daher auch eine eingehendere Betrachtung widmen wollen.
Gehen wir zu diesem Zwecke die einzelnen Organe des Dau—⸗
apparates durch, so werden wir finden, daß jedes seine bes ondere, dem
Verdauungsakte dienende Funktion hat, und. zwar der Mund mit seinem
Kauapparate die Zerkleinerung und die Einspeichelung der Nahrungs—
mittel, der Magen die Bereitung des Ernährungsbreies, die Dünn⸗
därme die Vollendung. des Nahrungssaftes; ferner ist dem Blinddarm
die Funktion der Nachverdauung, dem Dickdarm endlich jene der Rück.
stands-Ausscheidung zugewiesen. J
Es ist wohl selbftverständlich, daß jedes dieser Organe zu seiner
normalen Thätigkeit auch einer normalen Anregung oder eines nor—
malen Reizes bedarf.“ I
Jenes Nahrungsmittel nun, welches vermöge seiner Nahrungs—
substanzen diesen Normalreiz auf die Verdauungsorgane auszuüben
vermag, d. h. dieselben weder mangelhaft zur Thätigkeit anregt, noch
auch überreizt, wird die Fähigkeit besitzen, auf die Verdauung seiner
Nahrungssubstanzen den entschieden günstigsten Einfluß zu üben, indem
fowohl der mechanische als chemische Prozeß der Verdauung in den
betreffenden Organen durch vollständige Funktiousanregung zur nor—
malen Durchführung gelagngge..
Im vorigen Kapitel hatten wir das Grahambrod, so weit es seine
Nahrungsfähigkeit betrifft, als ein normales Nahrungsmittel kennen
gelernt. Untersuchen wir nunmehr, ob dasselbe auch vom Standpunkte
der Verdauung auf die gleiche Bezeichnung Anspruch machen könne.
Wenn wir zu diesem Zwecke einen, Blick auf die Substanzen des
Schrotbrodes werfen, so finden wir in demselben nebst den zur Er—⸗
nährung dienenden Stoffen, nämlich dem Kleber, der Stärke, dem
Dextrin oder Gummi, dem Fette und den Mineralien auch noch eine
gewisse, der Ernährung nicht unmittelbar dienende Beigabe an Zellstoff.
Dieser Zellstoff ist es nun vorzüglich, der auf die gesammten
Organe des Verdauungskanals jenen mechanischen Reiz ausübt, welcher
zu ihrer vollständigen Thätigkeitsentwicklung, namentlich zur Absonde—
rung der verschiedenen, dem chemischen Prozesse dienenden Verdauungs⸗
flüssigkeiten unentbehrlich ist.—
Durch die Anwesenheit der Kleie im Schrotbrode wird der zu
den wichtigsten Säften und unentbehrlichsten Bedingungen der nor—
malen Verdauung gehörige Speichel aus den drei Speicheldrüsen (der
Ohr-, Unterkiefer-⸗ und Unterzungendrüse) reichlich abgesondert, indem