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ist der beste Verband zur Erhaltung der richtigen Lage der Knochen—
enden der Schienenverband, mittelst von Leinwand bewickelter dünner
Schienen am besten von Eschenholz oder Fischbein. Ganz verwerflich
ist dagegen der in neuerer Zeit so sehr gepriesene Gypsverband.
Derselbe hat so in die Augen springende Nachtheile, daß man kaum
glauben sollte, wie er überhaupt hat empfohlen werden können, wenn
man nicht auf den Wanderungen durch das dunkle Gebiet der sog.
Medizin⸗Wissenschaft bereits das Unsinnigste als preiswürdig darge—
stellt zu finden sich gewöhnt hätte. Nicht nur,daß dieser gerühmte
Gypsverband die Kontrole einer richtigen Lage des Gliedes für seine
ganze Dauer völlig unmöglich macht, so verursacht er geradezu in
manchen Fäallen eine unrichtige Lage der Knochenenden aus ganz nahe
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homogene Mischung der feuchten Gypsmasse an, so erfolgt doch die
Trocknung derselben am menschlichen Körper in verschiedenen Schichten
verschieden, je nach dem Blut- resp. Wärmereichthum der überdeckten
Stellen, deren größeren oder geringeren Dimensionen ꝛc., und ist hie—
durch eine Verschiebung der Knochenenden gegen einander nicht blos
möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Unter mehreren uns be—
kannten, kaum anders zu erklärenden Fällen ist folgender besonders
bezeichnend: Einem mit dem Pferde gestürzten Offizier ward ein Bruch
des Schenkelbeins zweimal mit dem Gypsverbande schief geheilt, trotz—
dem der Verband beide Male mit größter Sorgfalt angelegt wurde.
Erst nachdem das Bein zum zweiten Male künstlich gebrochen, gelang
es den, übrigens renommirten Aerzten, mittelst des Schienenverbandes
eine gute Heilung zu erzielen. Die ganze Kur hatte über anderthalb
Jahre gedauet.
) Ein weuerer, fast noch groöͤßerer Nachtheil des Gypsverbandes
besteht in der Unterdrückung der Hautausdünstung und in der Hem—
mung des Blutumlaufes im Capillargefäßsystem. Die übeln Folgen
derselben machen sich nachher noch lange Zeit in Abmagerung, die
zuweilen fast bis zur Atrophie geht, Schwäche, oft auch in Rheu—
matismus und selbst gichtischen Ablagerungen in dem betreffenden
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Wahrlich, wenn man den in neuerer Zeit so hoch gepriesenen
Fortschritt auf dem Gebiete der Medizin unter der Loupe des gesun—
den Menschenverstandes besichtigt, kann man sich der Betrachtung nicht
erwehren, wie weit sich doch der Mensch durch kurzsichtige Neberhebung
und Selhstüberschätzung von der Mutter Natur und damit von allem
ihm wirklich Heilsamen entfernt hat. Der babylonische Thurmbau
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