Full text: Meteorologisches Jahrbuch von 1827 (1827)

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tf&eo&ac'fitwnyen im Octaßer. 
Meteori- j 
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acbtmgenj 
§ 
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j Zeit und, Dauer. 
J 
Bijchaffenhe i t. 
Witte¬ 
rung* 
Bemerkungen• 
Morgenr. j 
j x 1 
v.6ö, U. 
Ponsoeroth mit Wolken. 
verm. 1 
Zu Nachts Regen 1 
—- — 
r3 
— — — _ 
Dunkelroth mit Streifen. 
verrn. 2 
Abends Regen 2 
— — 
28 
v. bis 6| U. 
Ponsoeroth mit blaflen Streifen. 
verm. 1 
Mittags Regen 2, Den 29. Schnee 2 
Abendr. 
5 
v. 4§.b. 6|U. 
Ponsoeroth und ausgebreitet. 
heiter 1 
Tags darauf heiter 1 u. 2 
— — 
ps 
v. 5f bis 5f U. 
Schön orang. 
heiter 2 
Früh darauf Nebel, dann fchön 2 
. — - — II 
[26, 
v.'5bis 6|U. 
Orang mit Lämmerwolken. 
fchön 1 
Ftüh darauf Nebel* dann verrn. 111.2 
Nachrichten. Die in den letzten Tagen des vorigen Monats gefallenen heftigen Regen bey Turin ^verurfi cbton 
das Anfchweilen und Austretten mehrerer in den Po lieh mündenden Strome in folchem Grade, dafs diefer Flufs feit 
dem Jahre igio, und an manchen Orten feit 1775 fich nicht mehr fo unbändig und ^fürchterlich zeigte, wie dermal. —- 
Auch die Rhone und alle ihre Nebenflüße find durch lang anhaltende Regengüße ausgetretten, wodurch ungeheure Verhee¬ 
rungen entftanden, fo zwar, dafs in einem Orte 17, in einem andern über 30 Häufer fortgerißen wurden, und vieles Vieh 
iimkam. Im Departement des Gard litten fehr viele Gemeinden durch die bis in den erften Tagen d, Octobers angelultenen 
Regengüßen grofsen Schaden* Im Bezirk Condom, im Departement des Gers, hat Hagelfchlag über 50 Gemeinden fchwer 
heimgefucht, Auch verurfachte dort Trockenheit vielen Schaden. — Zu Guadeloupe und besonders auf der Infel Antiqua 
wOtheten heftige Windfiröße. Auf der Rhede von St. Pierre auf Martinique giengen 6 Schiffe zu Grunde. — Den 10 um 
2 U. 48' Mittag war in Wädenfehweil am Zürcherfee, und einigen andern Orten am See und in Zürich bey ziemlich 
niedrigem Barometerfiand und warmen Wetter ein .Erdftofs in der Richtung von SO nach NW, der kaum 1 Secun* 
de anhielt* Der Himmel war ziemlich umwölkt, und ein kaum bemerkbarer Weftwind wehete in dem Augenblicke nach 
dem Erdrtoße. —. In Molsheim war die Weinlefe gar nicht ergiebig; deßo beiTer aber in der Güte, welcher beynahe den Jahr¬ 
gang von ißii gleich kam, indem nur die Edeltrauben auf den Bergen gerathen find. In Dorlsheim fieng die Wein- 
lefe den 9. an, und endete er ft am 15. — Den 14. verfpürte man in Jafsy, nach einer mehrtägigen außerordentlichen Wär¬ 
me, welche am 14. Mittags bis 24° Reaum. im Schatten rtieg, abends g U. 35' in dem Zwifchenraume von wenigen Se- 
cunden 2 ziemlich heftige Erdftölle mit einem unterirrdifeben Getöfe begleitet. — Den 15. zwifchen 9 u, jo U. fr. fie¬ 
len in der Gegend des Dorfes Quafii, ö Werde nordöftüch von Bialiftock, aus einer dunklen Wolke mehrere Meteorftei- 
n: ( Aerolithen) mit einem Gebraßel herab, das einem Lauffeuer ähnlich klang, und einige Minuten anhielt. Diefeibe wa¬ 
ren den vom Aetna ausgeworfenen Steinen ähnlich. — Den 16. fiel zu St Petersburg in diefem Herbrte zum erdenmal 
Schnee, doch ohne zu frieren. Des Nachts fank das Thermometer gewöhnlich fchon auf den Gefrierpunkt herab. — Den 
17. früh 6 U. 13' und eben fo am 18. früh dand in Stockholm das Thermometer auf I2| Grad Wärme. — Den 2g. ent¬ 
stand in und bey München Nachmittag ein heftiger Sturm, und am 29. fiel Schnee, und gab Eis. — Den 28. fiel der erfte 
Schnee in Stockholm bey 6° Kälte.— Den 29. fiel im Diftrickt Biev (Gouvernement Twer) ein Schnee, beym Dorfe Pokroff 
und deßen Umgegend fich auf einen Strich von ungefähr 10 Werft, erftreckend- Der Schnee war mit eirer ungeheuren Men¬ 
ge fchwärzlicher, geringelter Würmer, £ Werfchok lang, vermifcht. Der Kopf war platt und leuchtend, hat Fühlhörner und 
Haare und bis%zu einem Dritttheii der Länge glich der Körper der Thiere fchwarzem Sammet. Sie haben fechs Fiafse, mit • 
welchen fie ziemlich rafch auf dem Schnee liefen, und fich in Gruppen um Pflanzen und Baum dämme' {ammelten. Einige, die 
man in einem mit Schnee angefüllten Gefäfse that, lebten noch 9 Tage, obgleich während diefer Zeit das Thermometer 
bis auf 8° unter Null gefallen war. Andere, die man im Eife einfrieren lies, blieben ebenfalls am Leben, indem um den 
Körper her, mitten im Eife eine Stelle ungefroren blieb. Eben fo fchwammen fie auf dem Wafler, ohne dafs es ihnen fcha- 
dete, und nur die Hitze brachte ihnen augenblicklichen Tod. Den 3r. fahe man zu Thistod in Nordjüdland in der Morgendä- 
merung^ein feltenes Meteor, welches einem hellen feurigen von Nord nach Süden fich erftreckenden Bogen glich, und mit 
beiden Enden kreisförmig um einen hellfchimmernden Stern fich vereinte. Es war faßt eine Viertelftunde fichtbar, gleich 
dem flammenden Bliz, jedoch matter am Schein, aber dennoch fo klar, dafs es alle Gegenrtände aufs deutlichrte erhellte* 
Am Abend darauf wüthete weit und breit ein heftiger Sturm, welcher Bäume und Gebäude umrifs. Selbft die Seethiere, 
beionders die Seehunde u* Meerfchweine wälzten fich in den Wogen des Lümfjords* 
"beobachtmgen 11 S'annenßecien und- 'dannenfacieln. 
Den 5* war in einer Entfernung von 16', 40" vom weltlichen,'und 12', 32 ' vom nördlichen Sonnenrande eine Gruppe von 
4 kleinen, und einem langen grofsen Flecken zu fehen. Um 2' ößlicher und beynahe gleicher nördlicher Entfernung ft and 
eine länglichte Untiefe mit grofsen ovalen Kernflecken, auffethalb welcher örtlich eine Gruppe von 4 kleinen Flecken erfchien. 
Um 2' nördlicher ftand eine grofse kreisförmige Untiefe mit ähnlichen grofsen Kernflecken, außerhalb welcher unten und 
oben ein, und örtlich 4 kleine Flecken zu fehen waren, ober welchen eine Gruppe von 14 dicht aneinander (lebenden klei¬ 
nen Flecken erfchien. In einer Entfernung von 19', 47" vom weltlichen, und 14', 13" vom nördlichen .Sonnenrande war 
eine grofse ellyptifche Untiefe mit 3 grofsen Kernflecken zu fehen, zwifchen welcher und dem weltlichen Sonnenrande eine 
Gruppe von 9 kleinen, dann eine von Süd nach Nord gerichtete Reihe von 8 gröfsern, und nahe am weltlichen Sonnen- 
0837)
	        
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