Volltext: Kulturgeschichtliche Bilder vom Abersee

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Linz ausgeliefert und dort geköpft?) In kurzer Zeit war das Salz- 
kammergut — wenigstens äußerlich — wieder katholisch. 
Der Fadinger-Aufstand von 1626 fand keine Begeisterung mehr, 
weder im Salzkammergut noch im Wildeneggischen. Ein beabsichtigter 
Einfall der in St. Georgen versammelten Bauern nach St. Wolfgang 
unterblieb wegen der Schwierigkeit, dorthin zu gelangen?) Ihre Auf 
forderung zur Hilfeleistung war auch bei den Mvndseern unbeachtet 
geblieben. Weit größer war die Gefahr der Weiterverbreitung von 
Gmunden ans ins innere Salzkammergut. Dort hatte man aber, tvie 
gesagt, keine Lust, die vor 25 Jahren gemachten Erfahrungen ein 
zweites Mal durchzukosten, wenn auch die Neigung zum evangelischen 
Glauben noch keineswegs erloschen war. Der Salzamtmann von 
Gmunden, Georg Prugglacher, hatte wohl kein Verdienst daran, daß 
feine Leute ruhig blieben. Er brachte seine Sachen beizeiten in Sicher 
heit, und zwar unter salzburgischen Schutz, nach St. Gilgen. Von 
hier, später von Strobl aus leitete er die Gmundener Amtsgeschäfte 
so gut es eben ging. Als es gelungen war, den Jschler Riglsperger, 
einen gefährlichen Aufwiegler, zu verhaften, ging Prugglacher nach 
Ischl und begann nun die Verteidigung der Gebirgspässe im Wilden 
steinischen einzurichten. Er ritt von Ort zu Ort, die katholischen 
Männer zu ihrer Pflicht aufzurufen. Aber nur wenige sind ihm 
gefolgt. Hingegen schickte St. Wolfgang 50 mit Musketen ausgerüstete 
Bürger?) Mit diesen Leuten und 320 Mann kaiserlicher Hilfstruppen 
sperrte er die Pässe in Weißenbach und Ebcnsee. Die Wolfganger 
Mannschaft beteiligte sich überdies beim Einsangen des Bauernführers 
Hämel. Als Belohnung für ihr wackeres Verhalten verlieh Kurfürst 
Maximilian von Bayern dem Markt die Freiheit von jeglicher Ein 
quartierung und sonstigen Kriegslasten? Das salzburgische Gebiet ist 
weder diesmal noch in späteren Jahren (1632, 1648, 1662) an den 
oberösterreichischen Unruhen beteiligt. Hingegen ist Mondsee noch so 
manches Mal, besonders 1662, heimgesucht worden. St. Wolfgang 
st Zauner-Gärtner, I. o. I, 77ff. 
0 Es wäre unmöglich gewesen, ohne salzburgisches Gebiet zu betreten, und 
dieses wollte man durchaus vermeiden. Vgl. Stieve, Der oberösterreichische 
Bauernaufstand 1626, S. 88 sf. 
3 ) Czerny, Bilder aus der Zeit der Bauernunruhen, S. 116 ff. 
4 ) Die Urkunde, vom 31. Oktober 1626 datiert, ist abgedruckt im Chron. 
Lunael., p. 374 ff.
	        

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