Full text: Kulturgeschichtliche Bilder vom Abersee

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gemacht wurden (Juli 1601), unter Führung des Jschlers Joachim 
Schwärzt erhoben. Der Gmundener Salzamtmann wußte dem Statt 
halter in Oberösterreich, Erzherzog Matthias, keinen besseren Rat, als 
die Hilfe Salzburgs anzurufen. Wolf Dietrich konnte zunächst nichts 
tun. Seine Soldaten kämpften in Ungarn gegen die Türken. Die 
Verlegenheit der katholischen Obrigkeiten war groß. Daniit war den 
Rebellen der Mut noch gestiegen. Eine Gesandtschaft kaiserlicher Kom- 
missäre, die zur Verlesung eines neuen Mandats — irgend etwas 
mußte ja doch geschehen — nach Ischl kam, wurde stolz und sehr 
energisch abgewiesen. Das Gerücht, das unter den Salzarbeitern um 
ging, ein Reichstag hätte die Duldung der Protestanten beschlossen, 
machte sie vollends sicher. Die katholischen Seelsorger waren verjagt 
und evangelische Prädikanten wieder ins Land gekommen. Der Psteger 
Mitterstainer zu Hüttenstein und auch der Prälat von Mondsee (für 
das gefährdete Wolfgangland) hatten eine strenge Grenzsperre verfügt. 
Jede Auswanderung in die aufständischen Orte war verboten und wehe 
dem, der etwa daheim einem Jschler Unterschlupf gewähren wollte. — 
Das Jahr 1601 war zu Ende gegangen und das neue fand die 
Rebellen nicht mehr einig. Eine starke Friedenspartei hatte sich ge 
bildet und die Zeit war gekommen, da Erzbischof Wolf Dietrich seine 
Vermittlung beginnen konnte. Zunächst schickte er den Hüttensteiner 
Pfleger nach Ischl. Der fand, daß die Jschler bereits selbst nicht 
mehr wußten, was sie wollten, und riet ihnen, einen Ausschuß zu 
wählen, der unter freiem Geleite nach Salzburg reisen sollte. Die 
Jschler gingen in die Falle. 
Als die Abgesandten nach Salzburg kamen, wurden einige von 
ihnen, darunter ihr Führer Schwärzt, ohne weiters auf der Festung 
Hohensalzburg eingekerkert. Im Februar ging ein Aufgebot des Erz 
bischofs an 19 Psteggerichte zur Stellung von je 30 gerüsteten Mannen 
nach Salzburg. Hüttenstein, dessen wehrhaftes Volk ohnehin an der 
Grenze stand, war nicht unter ihnen. Am 21. ward Musterung 
gehalten. 200 Reiter, 500 Knechte und 500 Bauern waren unter 
dem Befehl Hans Kaspar's von Stadion versammelt. Am 22. brach 
man aus und gelangte über Hof und St. Gilgen am 23. Februar 
an die Grenze nach Strobl. Beim ersten Zusammenstoß stoben die 
Rebellen auseinander. Damit war die kriegerische Arbeit getan. Was 
dann geschah, war des Henkers Arbeit. Den Schwärz! selbst haben 
die Jschler nicht mehr gesehen. Er wurde von den Salzburgern nach
	        

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