Full text: Kulturgeschichtliche Bilder vom Abersee

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Hüttenstein. 
ganzen Schafbergs sowie auf das Gebiet am Zinkenbach bis zur Ischl 
hinab nachträglich wieder erneuert und bei der Grenzregulierung 1689 
auch durchgesetzt. 
Das Erzstift Salzburg genoß schon frühzeitig die Immunität in 
dem geschlossenen Gebiet, das aus den ersten Grundschenkungen ent 
standen war. Ludwig der Fromme und Ludwig der Deutsche verliehen 
ihm in diesem Sinne Privilegien und Otto I. bestätigte und erweiterte 
sie 945?) Die salzburgische Kirche hatte ihre eigenen Richter, den 
Blutbann aber übte der Gaugraf im Namen des Kaisers, unter dessen 
besonderem Schutze das Erzbistum stand. Das Land am Abersee, 
das Gebiet des späteren Pfleggerichtes Hüttenstein, hat jedoch nie unter 
einem Gaugrafen gestanden. Drum wurde hier von Fall zu Fall ein 
benachbarter Graf zur Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit vom Erz 
bischof bestellt?) Der Umstand, daß der Erzbischof in einem großen 
Teile seines Landes zugleich Grundherr war, förderte die rasche Aus 
bildung der Landeshoheit. So ist auch hier am Abersee die Landes 
hoheit dank dem Mangel einer gräflichen Gewalt lediglich auf Grund 
der Immunität dem Erzbischof von Salzburg zugefallen?) Zum Lohn 
für seine Hilfe bei Niederwerfllng Ottokars von Böhmen erhielt dann 
Erzbischof Friedrich (1277) die hohe Gerichtsbarkeit von König Rudolf 
verbrieft. Die alten Grafschaften waren, in Landgerichte zerstückelt, 
zunächst als erbliche Lehen, später nur mehr auf Lebenszeit im Besitz 
von salzburgischen Ministerialen und wurden endlich mit landesfürst- 
lichen Beamten besetzt. Im Gebiet der späteren Pfleg Hüttenstein ist 
die gesamte hohe und niedere Gerichtsbarkeit bis ins 14. Jahrhundert 
von Talgau aus geübt worden. Erst dann wurde Hüttenstein als 
selbständiges Gericht von Talgan losgetrennt und hatte auch dann 
noch (wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert) die Pflicht der Aus 
lieferung todeswürdiger Verbrecher an Talgau, also nur die Befugnisse 
der niederen Gerichtsbarkeit. Die Nachrichten aus dem Mittelalter 
sind leider sehr dürftig. Es ist zu bedenken, daß das Land um den 
Abersee erst im 10. und 11. Jahrhundert allmählich stärker besiedelt 
wurde. Einen Adel hat es hier überhaupt nicht gegeben. Die An 
fänge des Schlosses Hüttenstein liegen ganz im Dunkeln. Wir wissen 
0 Widmann, I. c., I, S. 155. 
2 ) Ebenda, S. 325. 
s ) Bittner, Geschichte der direkten Staatssteuern in Salzb., Arch. f. österr. 
Gesch., 92. Bd., S. 528.
	        

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