Full text: Geschichte der Stadt Gmunden in Ober-Österreich. Zweiter Band (2 / 1899)

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Unterricht und Erziehung. 
mautfrei, aus dem Bürgerspitale 1#|, vou seinen Schülern aber „das von 
altersher gewöhnliche Schul- oder Quatembergeld", mit dem er jedoch „Niemand 
beschweren durfte". Vom Stadtpfarrer erhielt er noch um die Mitte des 
XVI. Jahrhunderts zu gewissen Zeiten den Mittagstisch. Auch warfen ver¬ 
schiedene Jahrtagsstiftungen zur Pfarrkirche und die mannigfaltigen gottesdienst¬ 
lichen Verrichtungen, an denen er als „Succentor“ und später als Chorregens 
mitzuwirken hatte, ein nicht unbedeutendes Nebeneinkoinmen ab. Ein solches 
winkte ihm auch alljährlich am Stephanitage (26. December), da er meist in 
Begleitung der Schüler bei den Magistratspersonen und landesfürstlichen Salz¬ 
amtleuten seinen Gesang ertönen ließ und dafür von „Ehreutwegen ai» Trink¬ 
geld" erhielt. Seinen Bedarf an Brennholz, mit dem er aber auch das Lehrzimmer 
Heizen mußte, deckte das Stadtkammeramt, und gewährte ihm z. B. 1594 „aine 
Siebnerin Widt mit zehn Hausen" ä 5/?<$?) Neben dem lateinischen Schul¬ 
meister wirkte uoch zu Beginn des XVI. Jahrhunderts ein Gehilfe, welcher den 
Namen „Locatus“ führte, und auch, weil er stets vom Schulmeister gedungen 
wurde, sein „Geselle" hieß?) 
Lateinische Schulmeister zu Gmunden werden, allerdings ohne Angabe 
eines Eigennamens, urkundlich zu den Jahren 1371, 1410, 1453 und auch sonst 
noch hie und da genannt?) 1499 versah den Posten ein gewisser Konrad 
Kolbegkh?) Die eigentliche Reihenfolge dieser Pädagogen beginnt aber erst 
1565 mit Christoph Püchler, der den Posten bis Pfingsten 1595 innehatte?) 
Sein Nachfolger war ein gewisser Jonas Rottenburger, welcher aus dem 
deutschen Reiche stammte?") Er wurde, da er gleich seinem Vorgänger der 
evangelischen Lehre anhieng, 1598 vertrieben und durch den katholischen Kaspar 
Mahr ersetzt, der aber bereits am 24. Juni 1600 von Mathias Thalmau 
abgelöst wurde.") Dieser versah auch den Organistendienst, und ward im 
Juni 1606 vom Stadtpfarrer beim Magistrate verklagt, „daß er sich gar unsleißig 
erzeige, auch der Schuell' und Kirchen nit der Gebühr nach abwarte", weswegen 
er ihm die letztere „zwischen dato und ainer Quatember verbieten müsse".") 
Nach ihm kam, unbekannt in welchem Jahre, Johann Eißnetshamer, der 
im October 1621 starb und von Martinus Löffler gefolgt wurde.") Als 
nächster „Schulmeister bei Unser Lieben Frauen Pfarrkirchen" erscheint dann 
1626 Laurentius Vetterl, der sich im Gefühle seiner Würde bald „Ludi 
Magister“, bald „Ludi Rector seu Moderator“ ") nannte, und am 26. Februar 
1669 starb?") Schon früher (Juli 1667) hatte er in der Person des Willibald 
Ferdinand Sufsableyer einen Nachfolger erhalten, der sich mit ihm in die 
Bezüge theilte, und sich neben den erwähnten Titeln auch noch „Notarius publicus“ 
nannte. Ihm erhöhte das Zechamt den Jahresgehalt auf 60 fl. Rh. und gewährte 
ihm jährlich 12" Holz?") Noch vor seinem Tode, der am 4. März 1680 eintrat, 
wurde die Stelle dem Hans Paul Lebl verliehen, und diesem die Besoldung 
auf 95 fl. Rh. nebst 18 "Brennholz erhöht.") Dieser „wohledle, kunstreiche Herr" 
starb nach einer Dienstzeit von 55 Jahren am 4. October 1730, 78 Jahre alt.") 
Aus ihn folgte zu Anfang 1731 Valentin Matscheko, der zwar denselben 
Jahresgehalt, anstatt des Naturalquartiers aber aus der Stadtcassa einen Zins-
	        

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