Volltext: Die Kriegsführung im Frühjahr 1917 (12. 1939)

Betrachtungen. 
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und moralische Unterstützung in der aufreibenden Zeit des Wartens auf den 
feindlichen Angriff und konnte ihr, als dieser losbrach, mit meist kaum ver- 
minderte? Kraft helfen. 
Der Tiefengliederung von Infanterie und Maschinen- 
g e w e h r e n standen auf dem schmalen Rücken des Chemm des Dames viel¬ 
fach Schwierigkeiten entgegen. Dafür aber boten die ausgebuchteten Steil- 
hänge seines Nordabfalles zahlreiche sich gegenseitig flankierende und vom 
feindlichen Artilleriefeuer kaum zu fastende Anklammerungspunkte. An keiner 
der Stellen, an denen der Gegner die deutsche Kampslinie von der Hochfläche 
heruntergestoßen hatte, gelang es ihm trotz immer wiederholter Versuche, im 
Flankenfeuer der an den rückwärtigen Steilhängen eingenisteten Maschinen- 
gewehre weiter vorwärtszukommen. Die seit dem ersten Angriffsstoß be- 
haupteten Verteidigungslinien an den Nordhängen bei der Hurtebise-Ferme, 
später beiderseits der Royöre-Ferme und in der Gegend der Mühle von 
Vauclerc zeigten eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit. Zahlreiche Höhlen 
und durch deren Erweiterung in das Gestein gearbeitete „Tunnels" bildeten 
wertvolle geschützte Unterbringungsmöglichkeiten für starke Reserven, wurden 
aber in den Kampftagen auch zu gefährlichen Fallen für die Besatzung, die 
mit einem Schlage zum Verlust von Hunderten von Kämpfern führten (mehr 
als 200 Mann im Kipsdorfer Tunnel, etwa ebensoviel im Winterberg- 
Tunnel und schließlich 400 im Cornillet-Tunnel). 
128 französische K a m p f w a g e n, die am 16. April in dem für ihre 
Verwendung recht geeigneten Gelände südöstlich von Craonne und westlich 
von Verry au Vac zum Angriff eingesetzt worden waren, hatten noch weniger 
erreicht als die englischen bei Arras. Sie wurden auch bei der Heeresgruppe 
Deutscher Kronprinz nach der erfolgreichen ersten Abwehr nicht mehr als 
wirklich gefährlicher Gegner gewertet. 
Die angriffsweise Betätigung der dem Feinde technisch und taktisch 
überlegenen deutschen Jagdflieger hatte den weit zahlreicheren Fliegern des 
Gegners in den Monaten vor der Schlacht und auch während der ent- 
scheidendsten Kampfwochen die Herrschaft im Luftraum streitig 
gemacht und damit den Artillerie-, Infanterie- und Aufklärungs-Fliegern 
ihre schwere Aufgabe in ganz anderem Maße erleichtern können, wie das bei 
Arras möglich gewesen war"). Das Blatt begann sich aber zu wenden, als 
in einem späteren Abschnitt der Schlacht auch der Gegner technisch leistungs- 
fähigere Jagdflugzeuge einzusetzen vermochte. 
') In den „Erfahrungen aus den Kämpfen an der Aisne" der 1. G. I. D. vom 
25. Mai 1917 hieß es: „Besondere Anerkennung verdiene die Tätigkeit der Flieger. 
3hr sei es „vornehmlich zu danken, wenn in der Truppe auch während des schwersten 
feindlichen Feuers niemals derart verzweifelte Stimmung aufkommen konnte wie 
während der Somme-Schlacht".
	        
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