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Die Schlacht bei Arras.
z«. März, ganze Front der Gruppe Loos oder, was ebenso möglich bleibe, nach Süden
auch auf den Abschnitt Ader 1. Armee ausdehnen werde. Die Verstärkungs-
forderungen aber vermochte sie auch in dem von der Heeresgruppe schon ein-
geschränkten Umfange nur teilweise zu erfüllen. Sie entschied: Mit Rücksicht
auf die sonstigen Kampfmöglichkeiten an der Westfront müsse die Heeres-
gruppe mit den ihr unterstellten und den hinter ihrer Front zur Zeit befind¬
lichen Divisionen der Obersten Heeresleitung zunächst auszukommen suchen,
auch für den Fall, daß gegen die eine oder andere ihrer Armeen ablenkende
feindliche Teilangriffe stattfänden. Nach Durchführung der im Gange befind-
lichen Verschiebungen ständen hinter der 6. Armee fünf Divisionen inReserve.
Nach Einschieben von zwei Divisionen in die Front könne diese Reserve aus
den hinter der 1. und 2. Armee stehenden kampfkräftigen Divisionen der
Obersten Heeresleitung unschwer auf sieben Divisionen erhöht werden. Inner¬
halb des feindlichen Durchbruchsangriffs werde sich aller Voraussicht nach
der Hauptstoß gegen die vier Divisionen des Abschnittes Lens—Roclincourt
(das hieß: Arras ausschließlich) richten. Cs sei also erforderlich, sobald sich
die Anzeichen des Durchbruchsangriffs weiter verdichteten, hinter diesen vier
Divisionen je eine Ablöfungs-Divifion bereitzustellen und deren Feldartillerie
ganz oder mit Teilen zur Artillerieverstärkung einzusetzen. Cs blieben dann
bei sieben in Reserve gehaltenen Divisionen der Obersten Heeresleitung
immer noch drei anderweitig verfügbar. Zu den sonstigen Forderungen ent¬
schied die Oberste Heeresleitung, daß die Heeresgruppe ihre 13 Maschinen-
gewehr-Scharfschützen-Abteilungen sämtlich zur 6. Armee heranziehen solle;
das sei ausreichend. Aus der Heeresfeldartillerie-Reserve stellte sie drei
Regimenter (zu je zwei Abteilungen) zur Verfügung, die Heeresgruppe sollte
ihrerseits ein weiteres, bereits überwiesenes Regiment zur 6. Armee heran¬
ziehen. Damit waren 24 von den 66 geforderten leichten Batterien gewonnen,
aus der Feldartillerie von vier Ablösungs-Divisionen konnten bis zu 36 wei-
tere Batterien entnommen werden, so daß die Forderung annähernd erfüllt
wurde. Dann aber hieß es, die Zuweisung schwerer Batterien, von denen 89
erbeten waren, sei abhängig vom Zeitpunkt des eintretenden Bedarfs. Träte
er erst in drei bis vier Wochen ein, so werde voraussichtlich die beantragte
Zahl annähernd überwiesen werden können, und zwar um so sicherer, je
schneller die schwere Artillerie bei der 1. und 2. Armee freigemacht und in den
Werkstätten instand gesetzt werde. Hierfür sei zu prüfen, wieviel Batterien
an der Siegfried-Front in nächster Zeit — ohne Einschränkung der Vorfeld-
kämpfe — freigemacht werden könnten. Träte der Bedarf bald ein, so könne
eine geringe Verstärkung überwiesen werden, im wesentlichen aber müffe die
erforderliche Artillerie durch Verschiebung von der 1. und 2. Armee gewonnen
werden. Pionier-Kompanien und Kolonnen könnten nicht überwiesen werden,