Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

Stellungnahme der O. $).L. zu neuen Truppenanforderungen. 
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durchweg schon zum zweiten Male an der Somme-Front eingesetzt sind, und 
ein alsbaldiger dritter Einsatz nicht ohne die allerernstesten Gefahren für die 
Gesamtlage erfolgen kann; er kommt für spätere Zeit in Frage." 
Die Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht forderte am 
22. September zur Sicherstellung der für notwendig gehaltenen Ablösungen 
im Oktober acht bis zehn Divisionen an. Ihr wurde bedeutet, daß nur die 
erwähnten sechs Divisionen von der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz im 
Austausch zur Verfügung gestellt werden könnten; eine Zuführung frischer 
Divisionen ohne Ersatz durch abgekämpfte sei ganz ausgeschlossen. Im 
übrigen wurde sie auf ihre eigenen Kräfte verwiesen, selbst wenn mehr-- 
maliger Einsatz erforderlich werde. Dabei sei vor allem darauf zu achten, 
daß Truppen nicht zum zweiten Male in demselben Abschnitte eingesetzt 
würden. 
Die Lage beiderseits der Somme war unverändert ernst. Zwar 
brauchten die ineinander verbissenen Gegner zunächst wieder eine Atem- 
pause. Aber das Herannahen neuer heißer Kampstage zeichnete sich ein- 
deutig ab. Die Heeresgruppe hatte die Kräfteverteilung bisher 
nach dem Gesichtspunkte vorgenommen, daß der Hauptdruck der feindlichen 
Angriffe sich gegen die 1. Armee richte und fernerhin richten werde. Sie 
hielt an dieser Auffassung auch fest, als nunmehr nach den Meldungen 
der 2. Armee mit einer Ausdehnung der französischen Angriffe nach Süden 
zu rechnen war, und führte der 1. Armee auch weiterhin den größten Teil 
der eintreffenden Verstärkungen zu. Zwölf Armierungs-Kompagnien wurden 
zum Ausbau einer rückwärtigen Stellung Veugny—Nurlu vereinigt, die 
späterhin über Vuire bei Le Mesnil-Vruntel Anschluß an das Stellungs- 
system der 2. Armee finden sollte. Den Ausbau aller Stellungen vorwärts 
dieser Linie mußte die Kampftruppe leisten. 
Gegen die Stellungen zwischen Thiepval und Psronne setzte schon am ^ September 
23. September wieder zweitägiges ausgesprochenes Vorbereitungsfeuer ein. 
Am 25. September mittags holten die Gegner zu einem neuen, großen 
Schlage nördlich der Somme aus. Tanks und mit Maschinengewehren 
feuernde, tiefstreichende Flieger unterstützten die feindlichen Sturmtruppen 
auf das wirkungsvollste. Auf dem Schlachtfelde hielten zwischen Thiepval 
und Caucourt l'Abbaye auf dem rechten Flügel und in der Mitte der 
Gruppe Armin die 8. und 7. Infanterie- sowie die 50. Reserve-Division 
nach erbitterten Nahkämpfen ihre Stellungen. Dagegen drang der über- 
mächtige Feind auf dem linken Flügel dieser Gruppe bei der 6. bayerischen 
Infanterie-Divifion, weiter östlich außerdem im Abschnitte der Gruppe 
Hügel bei der 52. und 51. Reserve- sowie der inzwischen voll eingesetzten
        

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