Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

Pläne der Gegner. 
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weil er angesichts der Schnelligkeit, mit der die Deutschen neue Stellungen 
bauten, andernfalls mit stärkerem Widerstand rechnen zu müssen glaubte. 
Vei dem Bemühen, auf das britische Oberkommando einzuwirken, war aber 
viel Takt und Vorsicht nötig. Wohl hatte König Georg V. gelegentlich 
einer Zusammenkunft am 12. August in Doullens General Ioffre versichert, 
daß die Engländer den Wunsch hätten, den Kampf ohne Zögern unter des 
Generals Oberleitung fortzusetzen^), andererseits aber hatte der englische 
Oberbefehlshaber wiederholt gezeigt, daß er die Selbständigkeit seines 
Befehlsbereiches unbedingt zu wahren gewillt war. So konnte General 
Ioffre seine Wünsche nur als Bitten zum Ausdruck bringen. 
Am 2.September, als Gefahr bestand, daß die enge Fühlung zwischen 
dem britischen rechten und französischen linken Flügel verlorengehe, ließ er 
bei General Haig Vorstellungen erheben. Am 8. September wies er auf 
dem gleichen Wege und außerdem durch persönliches Schreiben darauf hin, 
wie wichtig es für den Gesamterfolg sei, den Zeitpunkt des nächsten gemein- 
samen Angriffs bald festzusetzen. Vier Tage später, nachdem er den eng- 
lischen Angriffsbefehl erhalten hatte, bat er, die in ihm festgelegten Ziele 
weiter zu stecken und Eoureelette und Martinpuich mit in den Angriffs- 
räum einzubeziehen, da ihm die Inbesitznahme gerade dieser Orte von 
größter Bedeutung schien^). 
General Haig nahm diese Wünsche im allgemeinen entgegenkommend 
auf und berücksichtigte sie auch nach Möglichkeit. Nur die wiederholten 
Hinweise auf die. Notwendigkeit früheren Losbrechens konnten nichts an 
seiner Einstellung ändern. General Ioffre mußte sich schweren Herzens 
fügen. Als Zeitpunkt für den Beginn der neuen Offensive wurde schließlich 
der 15. September vereinbart. Bis dahin sollte der Gegner durch Teil- 
Unternehmungen ständig zum Einsatz bedeutender Kräfte gezwungen und 
dadurch geschädigt werden. So kam es schon von Anfang September ab 
zu einleitenden Teilangriffen, wobei die Engländer die erstrebte Ausgangs- 
stellung in ihre Hand zu bringen suchten, die Franzosen beiderseits der 
Somme vorwärtsdrängten. 
2. Verlauf der Schlacht bis Ende November. 
a) Die Kämpfe von Ende August bis Anfang September. 
Karten 2,3, Karte 5 Band 5, Skizzen 1 bis 3, Anlagen 2, 3 und 4'. 
Die deutsche Front beiderseits der Somme zwischen Thiepval und 
Vermandovillers war durch die seit dem 1. Juli nicht mehr abreißenden 
') Franz, amtl. Werk, Bd. IV, 3, S. 35. 
2) Ebenda.
        

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