Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

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Die Kämpfe an der Westfront. — Somme. 
Bis die Munitionsfrage bereitete Sorgen. Die für einen neuen Großangriff 
2. September. ^ ß Armee des Generals F a y o l l e und von der 10. des Generals 
M i ch e l e r für die schwere Artillerie geforderten Mengen konnten nicht 
im vollen Umfang bewilligt werden; immerhin durfte bei rechtzeitiger 
Unterstützung aus den Munitionsreserven der Heeresgruppe und der obersten 
Führung auf „ausreichenden" täglichen Nachschub gerechnet werden. Für 
die Fortsetzung des Angriffs hatten die Armeen bereits im August grund- 
legende Weisungen erhalten'). Danach sollte unter Anpassung an das 
Vorgehen der Engländer der Schwerpunkt auf das Nordufer der Somme 
gelegt werden. Daß die oberste Führung um diese Zeit selbst nicht mehr 
mit einer Entscheidung im Jahre 1916 rechnete, sprach sie der Truppe 
gegenüber nicht aus. Vielmehr forderte sie auch für die kommenden Angriffe 
stärksten Krafteinsatz. General Ioffre besuchte wiederholt den Angriffs- 
abschnitt und hatte Gelegenheit, zwischen den Befehlsstellen aufgetretene 
Reibungen zu beseitigen. Er betonte hierbei, daß auf den Angriff der 
6. Armee wegen der unbedingt nötigen Unterstützung der Engländer vor- 
läufig der größere Nachdruck gelegt werden müsse, und ordnete an, daß hier 
die Kampfmittel der Heeresgruppe in erster Linie einzusetzen seien; die süd- 
lich anschließende 10. Armee sollte ihre Angriffe einschränken und zunächst 
mit den eigenen Kräften und begrenzter Munition auskommen. 
Der englische Oberbefehlshaber, General Sir Douglas Haig, 
war bereit, im Anschluß an den Nordflügel der französischen 6. Armee 
weiterhin mit zwei Armeen, der Neserve-Armee unter General Sir 
Hubert Gough und der 4.Armee unter General Sir Henry 
N a w l i n s o n, anzugreifen. Die Stärke beider Armeen betrug Ende 
August 19 Infanterie-Divisionen; darüber hinaus standen im rückwärtigen 
Heeresgebiet noch acht Infanterie- und drei Kavallerie-Divisionen, die zum 
Teil auch verwendungsbereit waren. Der englische Führer glaubte daher, 
seinem Angriff die nötige Wucht geben zu können. Allerdings erklärte er 
auf das bestimmteste, nicht vor Mitte September für die Offensive fertig 
zu sein, weil Auswechselung der Truppen sowie Neueinteilung und Auf- 
marsch der Artillerie vorher nicht beendet sein würden. Außerdem müßten 
die beteiligten Armeen sich vor Beginn des Unternehmens erst durch Teil- 
Unternehmungen in den Besitz einzelner noch vor ihrer Front liegender 
Punktes setzen, um sie als Ausgangsstellung für den neuen Hauptstoß zu 
benutzen. 
Mit dieser Verzögerung war General Ioffre durchaus nicht ein- 
verstanden. Ihm kam es gerade auf baldige Fortsetzung der Angriffe an, 
i) Bd. X, S. 372. 
-) 23b. X, S. 377 und 379.
	        

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