Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

Rumäniens Eintritt in den Krieg. 
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ließ für den Fall, daß sie um Frieden bitten würde, Waffenstillstands- 
bedingungen ausarbeiten'). Auch die russische Heeresleitung hoffte, daß die 
rumänische Offensive die „ohnehin schon brüchige" österreichisch-ungarische 
Front zum Einsturz bringen werde. Für die Sicherung der Dobrudscha 
hielt sie die Entsendung von Kavallerie und einem aus Truppen zweiter 
Ordnung gebildeten Korps^) für ausreichend. 
Fesselung der Gegner auf allen Kriegsschauplätzen durch schärfste 
Fortsetzung der eingeleiteten Angriffe galt als Voraussetzung für das Ge- 
lingen der rumänischen Operationen. 
Zur Verwirklichung dieses Gedankens an der Westfront bemühte 
sich der französische Generalissimus, in den letzten Augusttagen auch die 
englische Führung zu gewinnen. General Ioffre legte feine Anschau- 
ungen am 27.August, dem Tage der rumänischen Kriegserklä- 27.August, 
r u n g, in einer Besprechung dar, zu der die Oberbefehlshaber der drei 
Heeresgruppen, General Franchet d'Efperey (Ost), General Petain 
(Mitte), General Foch (Nord), sowie der britische Oberbefehlshaber 
General Sir Douglas Haig in Saleux bei Amiens vereinigt waren. Vis 
zum Eintritt des Winters, der größere Bewegungen unmöglich mache, 
komme es darauf an, daß alle Verbündeten die zur Fesselung und Ab¬ 
nutzung des Gegners begonnenen Operationen fortführten; sie seien dazu 
stark genug. General Ioffre schloß mit dem Satze: „Wenn es auch zu kühn 
ist zu glauben, daß der Feldzug von 1916 die Niederlage der Mittelmächte 
vollenden wird, so kann man vernünftigerweise überzeugt sein, daß er zum 
mindesten den Zusammenbruch ihrer Angriffs kraft bringen wird. Der 
Feldzug von 1917 wird auch ihre Verteidigungskraft vernichten 
und die Zerstörung ihrer militärischen Macht unrettbar besiegeln"3). 
Der Hauptschlag follte also erst 1917 geführt werden. Für diese 
künftige allgemeine Offensive — so hatte General Ioffre schon vorher dar- 
gelegt — dürften die bereits eingeleiteten Vorbereitungen unter keinen 
Umständen unterbrochen oder vernachlässigt werden; während der schlechten 
Jahreszeit müsse das erforderliche Kriegsmaterial angesammelt werden. 
Die Fortschritte in seiner Herstellung ließen hoffen, daß die Angriffskraft 
im Frühjahr größer sein werde als bisher. Wohl werde die winterliche 
Ruhe auch Deutschland zugute kommen, aber der rasch fortschreitende 
Verbrauch der Kräfte Osterreich-Angarns könne nicht ohne Einfluß auf 
die übrigen Mittelmächte bleiben. 
*) Franz. amtl. Werk, Vd. IV, 3, S. 4. 
2) Dabei eine — soweit bekannt — aus österreichisch-ungarischen Kriegs¬ 
gefangenen serbischer Nationalität gebildete, serbische Freiwilligen-Division. 
3) Franz. amtl. Werk, Bd. V, 1, S. 57. — Sperrungen der Forsch. Anst. 
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