Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

Westfront: Frage des Ausweichens in die Siegfried-Stellung. Z1Z 
Stellung zuneige'). Eine Entscheidung fiel noch nicht, doch sollten die für 
das Beziehen der Siegfried-Wotan-Stellung eingeleiteten Arbeiten an¬ 
gehalten werden. 
Am I.Februar meldete die Heeresgruppe zur Weisung der u Februar. 
Obersten Heeresleitung vom 29. Januar, daß bei Beziehen der Siegfried- 
Wotan-Stellung elf Divisionen erspart würden. Die Bauzeit für die 
Siegfried-Hunding-Stellung müsse auf drei Monate veranschlagt werden 
bei Baubeginn am I.März; diese Stellung sei also frühestens am 1.Juni 
beziehbar. 
Inzwischen beschäftigte man sich bei der Obersten Heeres- 
l e i t u n g schon weiter mit dem Gedanken des Ausweichens in die Sieg- 
fried-Stellung. In einer Denkschrift vom 2. Februar behandelte Major ?. Februars 
Wetzell die „Operative Ausnutzung des Zurückgehens in die Siegfried- 
Stellung". Sie begann unter Benutzung von Zahlenangaben, die anscheinend 
von der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht stammten2): „Das Zurückgehen 
in die Siegfried-Stellung ermöglicht uns, 13 Divisionen, starke schwere und 
Feldartillerie, sowie sonstige Formationen auszusparen. Es bietet uns aber 
auch zwei bis drei Wochen lang die nie wiederkehrende günstige Gelegen- 
heit zu operativ offensivem Handeln einem nicht eingegrabenen Feinde 
gegenüber." Die Möglichkeiten, den nachdrängenden Feind zu schädigen, 
wurden dann näher erörtert. Bei der Entschlußfassung sprach auch die 
Munitionslage mit; denn die Fertigung war hinter den Forderungen des 
Rüstungsprogramms erheblich zurückgeblieben. Gerade in diesen Tagen 
fanden darüber entscheidende Aussprachen in Berlin statt'). Am 2. Febmar 
erbat General Ludendorff von der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht bis 
zum 3. Februar abends Meldung über die Verteidigungsfähigkeit der 
Siegfried-Stellung zu Anfang März unter Berücksichtigung der durch die 
jetzige Kältewelle eingetretenen Verzögerung im Vau. Die Heeres- 
gruppe antwortete sogleich: Die Siegfried-Stellung könne Mitte März, 
die Siegfried-Wotan-Stellung erst Ende März bezogen werden. Die Vor- 
Nach Mitteilung des Gen. Feldm. Kronprinz Rupprecht vom Juli 1937 habe 
Gen. Ludendorff dabei auf die Möglichkeit hingewiesen, dadurch große Mengen an 
Munition zu sparen, und den weiteren Vorteil, daß man genügend viele Divisionen 
frei bekäme, um an anderer Stelle, nicht vor Mai, vereint mit den Österreichern und 
Ungarn angreifen zu können (vgl. S. 494 f.). 
2) Vgl. S. 515. 
3) Nach Aufzeichnungen, die Obst, von Loßberg gelegentlich der nachfolgend 
erwähnten Besprechung bei der Heeresgruppe am 3. Febr. machte, habe Gen. von Kühl 
dabei ausgeführt: „Munitionslage ungünstig... Munitionslage wesentlich sür ganze 
Kriegslage und operative Entschlüsse. 1. und 2. Februar Besprechungen in Berlin 
über Munitionslage. Entscheidend für Entschlüsse der O. H. L.". 
Weltkrieg. XI. Band. gg
        

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