Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

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O. H, £.: Unterseekrieg und Friedensangebot. 
l4.A«g»st. nicht so groß, daß dadurch der Bruch mit Amerika gerechtfertigt würde. 
Diesen könne die Oberste Heeresleitung nur verantworten bei Erklärung 
des uneingeschränkten Unterseekrieges gegen England überhaupt. Auf 
Grund dieser Stellungnahme entschied der Oberste Kriegsherr am 14. August 
gegen die Erklärung der Kanal-Sperre. 
28. A«g«st. ZZei Eintritt Rumäniens in den Krieg, am 28. August, kam General 
von Falkenhayn auf die Forderung des uneingeschränkten Unterseekrieges 
zurück. Die Lage schien ihm insofern verändert, als Nachrichten vorlagen, 
daß England die Absicht habe, seine Handelsschiffe zu bewaffnen und ihnen 
die Weisung zu geben, feindliche Kriegsschiffe anzugreifen. Hiernach sei, wie 
General von Falkenhayn an Reichskanzler und Chef des Admiralstabes 
drahtete, die Möglichkeit gegeben, ohne Verzug zum rücksichtslosen Unter- 
seekrieg überzugehen, ohne daß Amerika Veranlassung zum Eingreifen habe: 
„Amerika kann jetzt Forderung nicht mehr aufrechterhalten, daß im Kriegs- 
gebiet Handelsschiffe, ehe sie angegriffen werden, untersucht werden müssen." 
Admiral von Holtzendorsf nahm diesen Gedanken sofort auf. 
Inzwischen waren Generalfeldmarschall von Hindenburg und 
General Ludendorff an die Spitze der Obersten Heeresleitung ge- 
treten. Für sie war die zunächst zu lösende Führungsaufgabe klar gestellt: 
Es galt, die rumänische Gefahr abzuwenden sowie dem Ansturm der russi- 
schen und franzöfisch-englischen Heere standzuhalten. Schwieriger war es, 
zu entscheiden, auf welchem Wege der Krieg zu einem glücklichen Ende 
geführt werden könne. Bei den hierüber angestellten Erwägungen standen 
wie bisher zwei Probleme im Vordergrund: der Versuch, zu Friedens- 
Verhandlungen zu kommen, und die Durchführung des uneingeschränkten 
Unterseekrieges. Diese Fragen standen in Wechselbeziehung zueinander. 
Mißglückte der Friedensschritt, so blieb als letzter Einsatz nur noch der 
Unterseekrieg. In seinen „Kriegserinnerungen"') schrieb General Luden- 
dorff, daß die Aussichten sür das kommende Kriegsjahr 1917 überaus ernst 
gewesen seien; bei den bestehenden Stärkeverhältnissen sei an eigenen An- 
griff nicht zu denken gewesen. „Wir mußten unsere Kräfte für die Abwehr 
• verfügbar halten." Da auf diese Weise der Krieg nicht siegreich zu be- 
enden war, „so gewannen für uns die Friedens- und die U-Boot-Frage 
eine außerordentliche Bedeutung". 
Grundsätzlich waren der Generalseldmarschall und General Ludendorff 
ebenso wie vorher General von Falkenhayn für Wiederaufnahme des unein- 
geschränkten Unterseekrieges. Sie hielten es aber für erforderlich, zu 
warten, bis die durch Rumäniens Kriegserklärung völlig ins Ungewisse 
-) S. 242 f.
        

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