Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

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Der Krieg zur Luft und zur See. 
serbst und rumänischen Feldzuges dank der unbedingten Überlegenheit über den 
Winter 1916/17. Gegner erfolgreiche Verwendung. An der mazedonischen Front wußten sie 
ihre Aufgaben aber auch gegen feindliche Übermacht zu lösen. Marine-- 
Luftschiffe betätigten sich an der Ostsee-Küste. 
Die Verluste der deutschen Luftstreitkräfte, die bis 
Ende August im ganzen etwa 2600 Mann, davon etwa 300 Luftschiffer, 
der Rest bei der Fliegertruppe, betragen hatten, stiegen in den sechs Mo¬ 
naten bis Februar 1917 um 1150 Mann, davon 850 im Felde, der Rest 
bei der Ausbildung in der Heimat. Die Verluste im Felde erreichten im 
September und im Februar ihre größte Höhe, blieben damit aber noch 
weit hinter den schweren Verlusten des Monats Juli 1916 (190 Köpfe) 
zurück. 
Alles in allem hatte der Kampf zur Luft seit dem Sommer 1916 mit 
außerordentlicher Schnelligkeit an Bedeutung zugenommen. Die Lust- 
kriegslage im Westens konnte nach den Erschütterungen des Hochsommers 
von Oktober 1916 ab im wesentlichen als ausgeglichen gelten. Die deut¬ 
schen Luftstreitkräfte, an der Somme vorübergehend etwas in Rückstand 
geraten, waren dank schärfster Anspannung aller Kräfte den Bedürfnissen 
entsprechend weiterentwickelt worden und standen nach Organisation, Gerät, 
Taktik und Ausbildung zu Anfang des Jahres 1917 auf der Höhe der Zeit. 
Sie waren den Gegnern, denen die Hilfsmittel fast der ganzen Welt zur 
Verfügung standen, in mancher Hinsicht sogar voraus. Nur dadurch sicherten 
sie das Gleichgewicht in der Luft. 
B. Der Arieg zur See. 
Mit dem Befehl vom 6. Oktober 1916, der alle Unterseeboote zum 
Handelskriege nach der Prisenordnung einsetzte^), hatte die rein militärische 
Verwendung der Boote, wie sie seit Ende April 1916 bestand, aufgehört. 
Aber auch für die Äberwasserstreitkräfte war der Kampf gegen den Handels- 
schiffraum in den Vordergrund gerückt; die Hochseestreitkräfte sollten nach 
Möglichkeit den Handelskrieg in der Nordsee unterstützen. In erster 
Linie mußte künftig das Hinaus- und Hereinbringen der Unterseeboote 
durch die englische Minenblockade sichergestellt werden, eine Aufgabe, die 
die Kräfte der Flotte in steigendem Maße in Anspruch nahm; daneben war 
0 Näheres hierüber enthält die Darstellung der Operationen und Kämpfe an 
den einzelnen Fronten. 
2) S. 451 f.
        

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