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Die Kämpfe an der russischen Front. 
».Januar, vollständig. Es muß die Sache zu Ende geführt werden!" General 
von Scholtz entschloß sich, dem Gegner zuvorzukommen. Cr hoffte, 
die russische Front westlich vom Vabit-See bis zum Rigaer Meerbusen 
durchstoßen und damit den Verlauf der eigenen Front wesentlich verkürzen 
zu können. Auch der Oberbefehlshaber Ost war der Ansicht, dem 
Feinde müsse zum Bewußtsein gebracht werden, daß Schläge von ihm 
sofort mit harten Gegenschlägen erwidert würden. Zur Durchführung gab 
die Ober st e Heeresleitung noch die bereits für den Westen be- 
stimmte 1. Reserve-Division frei. Da sie aber an der Düna-Front erst 
durch die anrollende 2. bayerische Landwehr-Division abgelöst werden 
mußte, konnte mit ihr erst am 19. Januar gerechnet werden. General 
von Pappritz setzte die Division auf Grund der Angriffsanweisung der 
8. Armee unmittelbar westlich der Aa ein, um zusammen mit der 2. In- 
fanterie-Diviston beiderseits des Flusses über die alten Stellungen hinaus 
bis zur Linie Plügge—Assern vorzustoßen'). Vom Gegner schienen West- 
lich der Bahn nach Riga bis zur Aa das VI. sibirische Korps, acht Letten- 
Regimenter und wahrscheinlich die 38. Division zu stehen, westlich der Aa 
bis zur Küste des XXXXIII. Korps. Die Angriffstruppen der Gruppe 
Mitau setzten sich im ganzen aus 62, zum großen Teil durch die vorher- 
gegangenen Kämpfe hart mitgenommenen, noch nicht aufgefüllten Vatail- 
lonen zusammen. Davon waren im eigentlichen Angriffsraum beiderseits 
der Aa 39 Bataillone eingesetzt. Sie hatten also starke zahlenmäßige Über¬ 
legenheit vor sich. 
23. Januar. Am 23. Januar mit Hellwerden setzte das deutsche Artilleriefeuer aus 
352 Geschützen, davon 133 mittleren und schweren, ein. Die Wirkung in 
dem auf weiten Strecken mit dichtem Walde bestandenen Angriffsgelände 
reichte aber nicht aus. Die 2. Infanterie-Division unter Generalmajor Reiser 
hatte daher zunächst nur an ihren äußeren Flügeln Erfolg; die Mitte kam 
erst in den Nachmittagsstunden vorwärts, als der Flankendruck von der Aa 
her sich fühlbar machte. Es gelang, Teile der alten deutschen Blockhausstel- 
lung im Mangaler Bruch wieder zu gewinnen. Die 1. Reserve-Division 
unter Generalleutnant von Malachowski, westlich der Aa, gewann ebenfalls 
nur langsam Raum; in schweren, in die Nacht hinein fortgesetzten Kämpfen 
gelangte sie bei Parup auf gleiche Höhe mit der 2. Infanterie-Division. 
24. Jannar. Auch am 24. Januar kam der gegen das Dünengelände am Mangaler Bruch 
i) Wer die Führung des Angriffs waren Gen. von Pappritz und A. O. K. 5 
verschiedener Ansicht gewesen. Crsterer hatte beide Divisionen östlich der Aa ein¬ 
setzen wollen (Mitteilung des jetzigen Genlts. a. D. Nehbel vom Aug. 1937).
        

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