Volltext: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

0.23. Oft: Abstauen der Kämpfe bei Hgr. Vöhm-Crmolli. 
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der Russen vom 15. bis 21. Oktober wurden vom Oberkommando der Süd- 
armee auf mindestens 35 000 Mann berechnet. 
Unterdessen war am 20. Oktober auch die ö. - u. 3. A r m e e zum Ober¬ 
befehlshaber Ost') übergetreten und der Heeresgruppe Vöhm-Crmolli zu- 
geteilt worden. Damit war eine seit Juni des Jahres immer wieder auf- 
tauchende, aber aus den verschiedensten Gründen bisher nicht erfüllte 
Forderung in die Tat umgesetzt: Auf der ganzen Ostfront nördlich der 
Karpaten war Einheitlichkeit der Führung sichergestellt. Dadurch erst wurde 
es möglich, mit den wenigen Reserven ohne zeitraubende Verhandlungen 
so zu wirtschaften, wie es die bald hier, bald dort auftretenden Bedürfnisse 
der langen Front erforderten. 
Während bei der Heeresgruppe Linsingen die Kampftätigkeit nur vor- 2s.vis 
übergehend abflaute, trat vor der Heeresgruppe Vöhm-Ermolli auffallende ' ° 
Ruhe ein. Bis zum 28. Oktober lagen Nachrichten vor, daß das russische 
II. Korps, bisher vor der Südarmee, in der Moldau festgestellt und auch 
eine vor dem Südflügel der ö.°u. 2. Armee gebildete Stoßgruppe wieder 
zerlegt worden sei. So rechnete der Oberbefehlshaber Ost, wie 
er am 28. der Obersten Heeresleitung meldete, an der Front der H e e r e s - 
gruppe Vöhm-Ermolli, „fürs erste höchstens noch mit feindlichen 
Vorstößen demonstrativer Art". 
Bei der Heeresgruppe Linsingen hielt die Truppen- 
anhäusung vor der ö.-u. 4. Armee an. Die Gefechtstätigkeit nahm bald 
wieder zu und griff bisweilen auch auf die Armeegruppen Litzmann und 
Bernhardi über. Am 25. Oktober abends stieß der Gegner vergeblich gegen 
den Abschnitt Zaturce—Zubilno der 20.Infanterie-Diviston vor und ver- 
suchte, ihn dann in den nächsten Tagen durch Trommelfeuer von größter 
Stärke mürbe zu machen. Ein Angriff am Morgen des 27. gegen den 
linken Flügel des ö.-u. X. Korps wurde abgewiesen, ein weiterer brach 
am folgenden Tage vor der österreichischen 13. Infanterie-Division bereits 
im Sperrfeuer zusammen. Am 29. Oktober gelangte ein russischer Massen- 
stürm in eineinhalb Kilometer Breite gegen die Gruppe Beckmann westlich 
von Pustomyty teilweise bis in die Drahthindernisse, ebenso am Abend 
auf dem Rordflügel des Korps Szurmay bei Szelwow. — 
Auch vor der Mitte der Heeresgruppe Woyrsch war der 
Feind lebhafter. Vom 25. bis 27. Oktober unternahm er gegen die 4. Land- 
wehr- und 201. Infanterie-Division Gasangriffe, die jedoch fast ohne jede 
Wirkung blieben. Die anschließenden Kämpfe dauerten bis in den 
November hinein. 
S.360; bisherige Ereignisse bei der ö.-u. 3. Armee S. 363 ff.
        

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