Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

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Der Feldzug gegen Rumänien: Befreiung Siebenbürgens. 
« Oktober geschnitten worden. Solche Operation ist aber gar nicht näher erwogen 
worden, denn sie war bei den gegebenen Gelände- und Stärkeverhältnissen 
nicht ausführbar. Es standen entgegen: Die Anwegsamkeit der Ostkarpaten, 
die Anbenutzbarkeit der einzigen sie überquerenden Bahn wegen der Zer¬ 
störung des Viaduktes westlich vom Gyimes-Paß'), dessen Wiederherstellung 
viele Wochen in Anspruch nehmen mußte, und damit die Unmöglichkeit 
ausreichender Versorgung der Truppen für jenseits des Gebirges in der 
Moldau zu erwartende Entscheidungskämpfe, in die auch das russische Heer 
eingreifen konnte, schließlich die geringe Angriffskraft der ö.°u. I.Armee. 
Bevor die Vormarsch- und Versorgungsschwierigkeiten behoben sein 
konnten, mußte sich die Lage längst geändert und der einsetzende Winter 
die Operation über das Gebirge vollends unmöglich gemacht haben. So 
beschränkte man sich in der Zielsetzung. 
Im Vordergrund der Erwägungen stand die ebenfalls operativ aus- 
sichtsreiche Vormarschrichtung durch die Kronstadter Pässe auf Ploesti— 
Bukarest bei gleichzeitigem Donau-Äbergang südwestlich von Bukarest. Den 
Vormarsch auf Ploesti hatte General von Falkenhayn im Auge, als 
er am 4. Oktober beim Vormarsch gegen den Geisterwald in einem Tele- 
gramm nach Pleß und Tesches) seine Gedanken über die Weiterführung 
der Operationen darlegte. Cr wollte die Hauptkräfte auf Ploesti ansetzen, 
womit man bei günstigem Verlauf schon in den Rücken von Bukarest kam, 
während das Alpenkorps durch den Rotenturm-Paß auf Pitesti ging. „Im 
Hinblick auf die frühzeitig notwendigen Vorbereitungen" bat er um baldige 
Stellungnahme der Heeresleitungen. Endgültige Gewähr für die Durch- 
führung könne allerdings in jedem Falle erst übernommen werden, wenn zu 
übersehen sei, „ob und wann die Nachschubschwierigkeiten überwunden 
sein werden". 
General Ludendorff, der gerade die Zuführung der 12. bayerischen 
Infanterie-Division angekündigt hatte, stellte zunächst am 5.Oktober zur 
Erwägung, jetzt schon Teile der Hötzing-Gruppe des Generals von Busse 
heranzuziehen, denn vor Abrechnung mit den rumänischen Hauptkräften in 
Siebenbürgen werde ein Vormarsch von Kronstadt auf Bukarest bei den 
augenblicklichen Stärkeverhältnissen kaum möglich sein. In demselben Sinne 
ließ gleichzeitig Generalfeldmarschall von Hindenburg an General- 
oberst von Conrad mitteilen: Ein entscheidender Sieg über die Rumänen 
in Siebenbürgen bleibe die Hauptaufgabe der dort operierenden verbündeten 
Truppen. Erst nachdem dieser erreicht, komme die Offensive nach Ploesti 
in Betracht. Ob und in welchem Umfange die 9. Armee zur Herbeiführung 
S. 217. 
2) 239.
        

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