Full text: Die Kriegsführung im Herbst 1916 und im Winter 1916/17 : vom Wechsel in der Obersten Heeresleitung bis zum Entschluß zum Rückzug in die Siegfried-Stellung (11. 1938)

4. Armee. 
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Ausbau seines Eisenbahnnetzes besonders auffallend. Von Z)pern über den 
Kemmel bis in die Gegend ostwärts von Bailleul entstand allmählich eine 
überlegene, einheitliche feindliche Artilleriefront, die den Wytschaete-Bogen 
umfaßte. Deutsche Batterien und Stellungen wurden planmäßig bekämpft, 
der Minenkrieg wurde rege fortgesetzt. Dabei gelang es den deutschen 
Mineuren trotz aller Anstrengungen nicht, die Tiefensicherung so zu fördern, 
daß die Abwehr feindlicher Angriffe unter der (Erde als gewährleistet 
angesehen werden konnte. Für die Durchführung eines großen Angriffes 
schienen aber die gegenüberstehenden feindlichen Kräfte vorläufig noch nicht 
stark genug zu sein. 
2.Heeresgruppe Kronprinz Rupprechr. 
Karten 2, Z; Skizzen 3, 10, 14, 16 und 16 a. 
Die Ereignisse standen bis in die zweite Novemberhälfte völlig unter Dezember >gw 
dem Einfluß der Somme-Schlacht, hinter deren Bedürfnissen alles andere 3mi"ant61917. 
zurücktrat. Am 7. Dezember meldete die Heeresgruppe der Obersten Heeres- 
leitung'), sie neige nunmehr der Auffassung zu, daß die Somme-Schlacht 
tatsächlich beendet sei. Agentennachrichten und Gefangene sprächen 
davon, daß die Engländer sich weiter nach Süden ausdehnen und fran- 
zösische Kräfte ablösen würden. „Unbedingt sichere Beweise liegen für die 
Ansicht der Heeresgruppe jedoch noch nicht vor. Es muß daher einstweilen 
noch mit der- Möglichkeit gerechnet werden, daß die Schlacht besonders an 
der Anere und südlich der Somme wieder auflebt." Als wichtigste Aufgabe 
bezeichnete die Heeresgruppe jetzt den Ausbau einer verteidigungsfähigen 
Stellung bei der 1. Armee, eine Forderung, die im Hinblick auf das Fehlen 
von Hindernissen, durchlaufenden Gräben, Annäherungswegen und Unter- 
ständen eine gewaltige Arbeitsleistung bedingte. Die bisher zugunsten der 
Somme-Front stark geschwächte 6. und 7.Armee wurden allmählich — 
wenigstens an den Punkten, wo überraschende Angriffe möglich waren —, 
wieder verstärkt. Sämtliche Armeen der Heeresgruppe erhielten Weisung, 
die Ausbildung der Truppe in den Vordergrund zu stellen und starke 
Reserven auszuscheiden. Nebenher liefen der Weiterausbau der Siegfried- 
Stellung und Vorbereitungen für etwaiges Ausweichen dorthin^). 
Als General Ludendorff am 17.Januar zu einer Besprechung 
mit dem Heeresgruppen- und den Armeechefs in Eambrai weilte'), sprach 
er den Wunsch aus, daß weitere Kräfte, insbesondere auch an Artillerie 
1) Anschluß an S. 104. 
2) Näheres wird Bd. XII enthalten. 
3)©.502 ff.
        

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