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Die Ereignisse am Balkan und an der Front der Türkei.
(eine deutsche, vier bulgarische, zwei türkische Divisionen, deutsche schwere
Artillerie, Luftstreitkräfte und technische Truppen, österreichisch-ungarische
Donau-Flottille') und schweres Vrückengerät) unter Generalfeldmarschall
von Mackensen im Räume von Ruschtschuk und östlich vereinbart, „um den
Krieg von bulgarischem Voden sicher, vom österreichisch-ungarischen soweit
irgend möglich fernzuhalten und nach Rumänien hineinzutragen". Die
deutschen Eisenbahntruppen, die schon an der dringend nötigen Verbesse-
rung des bulgarischen Vahnnetzes für den Aufmarsch arbeiteten, wurden
von zwei auf sechs Kompagnien verstärkt.
Anfang Etwa um dieselbe Zeit begann man den österreichisch-ungarischen
Angnst. in Siebenbürgen zu verstärken. Am 7. August wurde er als neue
ö.-u. 1. Armee zusammengefaßt), die aber ausschließlich aus abgekämpften
Truppen und solchen bestand, die, noch unvollkommen ausgebildet und
bewaffnet, erst zu neuen Verbänden zusammengestellt werden sollten.
Solange die schweren Abwehrkämpfe im Westen und Osten und an der
italienischen Front andauerten, wäre es nicht zu verantworten gewesen,
kampfkräftige Divisionen in Siebenbürgen für einen Fall bereitzustellen,
von dem man nicht sicher wußte, wann, ja ob er überhaupt eintreten werde.
Vollends war das unmöglich bei den Eisenbahnverhältnissen Ungarns, die
raschen Rücktransport der Truppen ausschlössen. Indem deutsche Eisen-
bahnbautruppen auch zur Verbesserung der Cntladeverhältnisse in Sieben-
bürgen eingesetzt wurden, wurde ein künftiger Aufmarsch dort vorbereitet.
Darüber hinaus beschränkten sich die Vorarbeiten des Generals von Falken-
Hayn für den Einsatz deutscher Kräfte gegen Rumänien auf den nur sehr
allgemeingehaltenen Plan, den Einbruch des Feindes nach Siebenbürgen
im Gegenangriff abzufangen^). Irgendwelche Vorbereitungen der Trans¬
») Band IX, 6.207. — -) S, 552.
3) Nach einer Tagebuchauszeichnung vom 31. August hat Gen. von Falkenhayn
dem Kaiser beim Vortrag am 28. August die Truppen vorgerechnet, „die wir gegen
Rumänien einsetzen könnten"; der Kaiser habe dazu aber — vielleicht mit Rücksicht auf
die bevorstehende Aussprache mit dem O. B. Ost <S. 645) — bemerkt, die Verschiebungen
dürsten noch nicht an diesem Tage beginnen (Zwehl: „Erich von Falkenhayn", S. 212).
Im Buche des Gen. von Falkenhayn selbst: „Der Feldzug der 9. Armee gegen die
Rumänen und Russen 1916/17" (S. 7) heißt es, deutscherseits seien zum Gegenangriff
in Siebenbürgen sünf bis sechs Infanterie- und ein bis zwei Kavallerie-Divisionen
„bestimmt" gewesen, die jederzeit verfügbar waren, sobald die Brufsilow-Offensive
zum Stillstand gebracht und die Wucht des Somme-Angriffs gebrochen war. Weiteres
hat sich nicht feststellen lassen. Angeordnet wurde zunächst nur der Abtransport einer
deutschen (19. bayer.) I. D., einer österr. ung. I.- und einer K. D., sämtlich von der
Hgr. Erzherzog Karl, also aus dem österr. ung. Abschnitt der Ostfront, während die
erste Abgabe von Truppen aus dem deutschen Frontbereich erst von der neuen O. H. L.
am 29. August befohlen wurde.