Volltext: Die Operationen des Jahres 1916 : bis zum Wechsel in der Obersten Heeresleitung (10. 1936)

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Die Ostfront. — 
Verlegung des russischen Schwerpunktes. 
z. August. Wider Erwarten brachte der 3. August einen neuen Angriff der 
Russen gegen die Gruppe Bernhardt. Der Gegner drang auf etwa zwei 
Kilometer Breite in die Stellungen des ö.-u. II. Korps südlich von Sito- 
wieze ein, wurde aber bald wieder vertrieben. Im Kriegstagebuch der 
Heeresgruppe steht an diesem Tage unter „Beurteilung der Lage" nur das 
eine Wort „Pulverfaß!". Doch vergingen die nächsten Tage in Ruhe. 
Der russische Hauptangriff war abgeschlagen, wenn auch mit seiner 
Wiederholung gerechnet wurde. Die Luftstreitkräfte, vor allem das Kampf- 
geschwader 2, das 42 Tonnen Bomben auf Truppenbefehlsstellen und Aus- 
ladebahnhöfe abwarf, hatten zum Erfolge beigetragen. 
d) Die Abwehrkämpfe der ö.-u. 2. Armee und der Heeresgruppe 
Erzherzog Karl. 
Skizze 32. 
W. I«it bis Generaloberst von Voehm, der Oberbefehlshaber der ö.-u. 2. Armee'), 
6. August. die Lage nach dem Verlust von Vrody und der Zurücknahme seines 
rechten Flügels hinter den Seret als äußerst gefährdet angesehen. Cr 
fürchtete, dem Drucke der russischen 11. Armee zu erliegen, und hielt Lem- 
berg für ernstlich bedroht. Von dem Vorhaben, die Räumung der Stadt 
vorzubereiten, wurde er nur durch das Eingreifen der österreichisch- 
ungarischenHeeresleitung abgebracht. Am 4. August, dem Tage 
nach dem Besuch des Generalseldmarschalls von Hindenburg in Lembergs, 
ging der Feind an der Bahn Vrody—Lemberg gegen den linken Flügel der 
Armee vor, dann verlegte er den Schwerpunkt seines Angriffs gegen den 
rechten Flügel, wo er am 5. August bei Zalozee mit Nachdruck über den 
Seret vorstieß und die Front westwärts zurückdrängte. Der Anschluß zur 
Südarmee konnte aber einstweilen noch an der bisherigen Stelle gehalten 
werden. Ging er verloren, so entstand auch für den Nordflügel der Heeres- 
gruppe Erzherzog Karl eine ernste Gefahr. Inzwischen sorgte der Ober- 
befehlshaber Ost dafür, daß Generaloberst von Voehm, der bis jetzt 
über keinerlei deutsche Truppen verfügte, zur Stärkung der Widerstands- 
kraft zunächst in aller Eile ein Infanterie-Regiment nebst Artillerie, dann 
die 197. und ihr folgend der Anfang der 195. Infanterie-Division zugeführt 
wurden^). Diese beiden Divisionen traten unter den Befehl des Komman- 
dierenden Generals des I. Armeekorps*), General der Infanterie von Eben, 
um nach beendetem Antransport geschlossen zur Wiedergewinnung der Seret- 
Stellung eingesetzt zu werden. 
i) Anschluß an S. 516. — -) S. 534. — 3) S. 536. — 4) S. 534, Anm. 2.
	        
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