Neuer Vorschlag der 6. Armee. Krästebedarf vor Verdun.
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ganz durchgeführt werden kann oder ob man abbrechen muß, ohne Verdun
genommen zu haben . . . Anscheinend kann also Arras erst gemacht werden
nach Verdun. Dann aber sollen nicht 20, sondern 30 schwere Batterien
gegeben werden, damit der Angriff nördlich und südlich von Arras gleich-
zeitig gemacht werden kann. Einstweilen sollen wir alles vorbereiten".
Am 21. März teilte General von Falkenhayn der 6. Armee mit, daß
er großen Wert darauf lege, „für geplante Unternehmungen besonders
angriffsfähige Verbände in der Heeresreserve zu haben", und fragte, ob die
Armee mit dem Ersatz des VII. Armeekorps und der 2. Garde-Reserve-
Division durch das XXVII. Reservekorps einverstanden sei. Das Ober-
kommando stimmte sogleich zu.
Der Grund für diesen Austausch der Verbände an der Front der
6. Armee lag aber nicht in der Absicht, Kräfte für das Arras-Unternehmen
bereitzustellen, sondern in den schwierigen Kampfverhältnissen, wie sie sich
inzwischen im Maas-Gebiet entwickelt hatten. In der Tat waren
dort die Aussichten auf einen schnellen, entscheidungbringenden Verlauf der
Dinge seit Anfang März keineswegs gebessert worden. Der am 6. März
auf dem Westufer begonnene Angriff hatte die erhofften Erfolge bisher nicht
gebracht, wohl aber den deutschen Generalstabschef sehr gegen seinen Willen
zur.Hergabe frischer Kräfte (XXII. Reservekorps) gezwungen'). Auch auf
dem Ostufer waren Fortschritte von Bedeutung nicht mehr erzielt worden.
Die Angriffstruppen mußten dort nach und nach abgelöst werden. Das
III. Armeekorps hatte am 11. März den Anfang gemacht, das XVIII. war
gefolgt. Die eingesetzte schwere Artillerie, die zu Beginn des Angriffs am
21. Februar 416 Steilfeuer- und 209 Flachfeuer-Geschütze umfaßt hatte,
zählte am 19. März bereits 616 Steilfeuer- und 373 Flachfeuer-Geschütze.
Der Führer der Angriffsgruppe Ost, General von Mudra, beabsichtigte
mit frischen Kräften um die Monatswende März/April durch eine Reihe
kleinerer, genau begrenzter Unternehmungen eine geeignete Ausgangs-
stellung für einen am 6. April in Aussicht genommenen großen Angriff zu
gewinnen, der das Gelände bis zur Linie Zwischenwerk Thiaumont—Dorf
Fleury—Zwischenwerk Lausee in deutschen Besitz bringen sollte. Über die
Einzelheiten der geplanten Durchführung ließ sich General von Falken-
Hayn am 26. März in Nouillon Pont, dem Hauptquartier des Generals
von Mudra, persönlich unterrichten^).
Über die Kräftebeanspruchung auf französischer
Seite hatte bereits Mitte März die Rachrichten-Abteilung der Obersten
S. 133.
2) S. 136.