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Der Feldzug gegen Serbien im Herbst 1915.
befahl General von Gallwitz daraufhin, „sich in der linken Flanke energisch
Luft zu schaffen und über àprija—Paracin und östlich vorzustoßen, um
die vor dem rechten Flügel der Vulgaren kämpfenden Serben abzu-
schneiden".
4. November. Die im Tale der West-Morava angesetzte Umfassung gelang auch am
4. November nicht. Die 10/) und 17. Gebirgsbrigade des ö.°u. XIX. Korps
fochten in den Bergen südlich von Lacak, den im Tale angesetzten Teilen
aber fehlte fast jede Angriffskraft. Auch die Divisionen des XXII. Re-
servekorps konnten kämpfend nur etwa sechs Kilometer Raum gewinnen und
waren damit von Kraljevo noch acht Kilometer ab; immerhin brachte die
43. Reserve-Division an diesem Tage 1200 Gefangene ein. Das ö.-u.
VIII. Korps und die 11. Armee machten in teilweise schweren Kämp-
sen Fortschritte; der linke Flügel erreichte Luprija und die Gegend östlich
davon. Die Schwierigkeiten des Gebirges und der durch Regen grundlos
gewordenen Lehmwege in den Tälern verzögerten das Vorwärtskommen
oft mehr als der Feind selbst. Immer weniger gelang es, die Artillerie
heranzuhalten und den Nachschub sicherzustellen; Hafermangel machte
sich fühlbar. Der Gegner schien mit schwächeren Teilen von àèak auf
Ivanjica, mit stärkeren über Kraljevo auf Novipazar in das Gebirge aus-
zuweichen, mit der Masse im Zurückgehen auf Krusevac—Aleksinac. Gegen
die Ostflanke dieses Rückzuges machte die bulgarische I.Armee aber doch
nur langsame Fortschritte. Ihre längs der Straße Zajecar—Paracin vor-
gehende 6. Division, die an diesem Tage 500 Gefangene und sechs Geschütze
als Beute meldete, kämpfte noch östlich von Krivivir. Entscheidender
konnte werden, daß weiter südlich Teile der 9. und 1. Division bis vor die
Fortslinie von Nisch gelangt und daß Teile der bulgarischen 2. Armee von
Süden her gegen Pristina angesetzt waren. Damit spitzte sich die Lage
für das serbische Heer immer mehr zu. Andererseits wurde am Bardar
und bei Strumica gegen Entente-Truppen gekämpft. Die Vulgaren waren
aber bester Hoffnung.
5. November. Der 5. November brachte weitere Fortschritte der ö.-u. 3. und der
11. Armee in der Verfolgung nach Süden, doch gelang es auch an diesem
Tage nicht, die gesteckten Ziele zu erreichen. Vor allem gebot der Feind
der im Tale der West-Morava erstrebten Umfassung nach wie vor Halt.
Er stand noch bei Slatina und behauptete bei Kraljevo im wesentlichen das
Südufer des Flusses, obgleich hier alle drei Divisionen des XXII. Reserve-
korps gegen ihn im Angriff lagen. Starke serbische Artillerie — zwölf
i) 0.224.