Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Neue feindliche Angriffe seit dem 23. Mai. 
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kämpften Ort am 28. Mai räumen und eine inzwischen zu beiden Seiten der 
Zuckerfabrik westlich von Souchez ausgeworfene Riegelstellung besetzen. 
Auch in den letzten Maitagen nahmen die Kämpfe ihren Fortgang. 
Am 29. Mai früh wurde ein französischer Angriff an der Straße Aix- 
Noulette—Souchez von der 85. Reserve-Infanterie-Vrigade abgewiesen. 
Am Vormittage dieses Tages wurden auf beiden von Vsthune auf Lens 
und Souchez führenden Straßen vormarschierende starke feindliche Infan¬ 
teriekolonnen beobachtet. Unter der Bevölkerung war — anscheinend durch 
Agenten — die Rachricht verbreitet worden, daß Lens am 30. Mai unter 
schweres Feuer genommen werden sollte, weil ein französischer Durchbruch 
in dieser Richtung beabsichtigt sei. General von Lochow, der vorübergehend 
eine Verstärkung seines rechten Flügels erwogen hatte, erkannte jedoch 
rechtzeitig, daß es sich um eine bewußte Irreführung handeln müsse. Am 
30. Mai fielen tatsächlich auch nur wenige Granaten nach Lens; ebenso 
herrschte an der Front des XIV. Armeekorps verhältnismäßig Ruhe. 
Dagegen lag seit dem frühen Morgen schweres Feuer auf dem gesamten 
Abschnitt der 1. bayerischen Reserve-Division. Allmählich dehnte es sich 
auch weiter nach Norden auf das VIII. Armeekorps aus. Gegen 
5" nachmittags erfolgte ein starker Angriff zwischen Souchez und Roclin- 
court, der im Nahkampfe abgewiesen werden konnte. Nach Aussage von 
Gefangenen waren die französische 19., 20. und 53. Division zum Angriffe 
vorgeführt worden. Hinter ihnen stand das französische III. Korps bereit, 
um den Durchbruch zu vollenden. Neue schwere Angriffe — darüber konnte 
kein Zweifel bestehen — waren zu erwarten. 
Am 31. Mai abends stießen Teile des französischen XXXIII. Korps 
zwischen Angres und dem Carency-Bache vor und stürmten die deutschen 
Gräben beiderseits der Zuckerfabrik westlich von Souchez. In erbitterten 
Kämpfen, die die ganze Nacht hindurch und auch noch am 1. Juni an¬ 
dauerten, gelang es badischen Truppenteilen des XIV. Armeekorps, 
die Stellung nördlich der Fabrik mit stürmender Hand wieder zu nehmen. 
Die Fabrik selbst und die Gräben südlich davon blieben im Besitz der Fran¬ 
zosen. 
Am 1. Juni abends erneuerten die Feinde auch ihre Angriffe auf Neu- 
ville-St. Vaast und den „Tsingtau-Graben" südlich davon. In Neuville 
drängte ein sächsisches Regiment der 58. Infanterie-Division die anfänglich 
erfolgreichen Franzosen1) im Gegenstoß wieder zurück. Dagegen wurde der 
„Tsingtau-Graben" endgültig von ihnen besetzt. Um einheitliche, straffe 
29. und 
30. Mai. 
L Mai bis 
2. Juni. 
3) Die frisch eingesetzte franz. 5. I. D. des III. Korps.
	        

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