Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Die Weisungen der ö.-u. Heeresleitung für die Offensive. 555 
der Verbündeten in Polen dem geplanten Schlage durch vorzeitige Räu¬ 
mung ihrer Stellungen entziehen könnten, wofür bereits gewisse Anzeichen 
vorlagen. Der Chef des Generalstabes, Oberstleutnant von Hemmer, wurde 
daher am 19. August bei der ö.-u. Heeresleitung vorstellig, die 7., Süd- und 
2. Armee schon in den allernächsten Tagen ohne Rücksicht auf die Mit¬ 
wirkung der 1. und 4. Armee gleichzeitig angreifen zu taffen. Die drei 
Armeen würden, da sich ihre Gefechtsstärken durch die Operationspause 
erheblich gebessert hätten, höchstwahrscheinlich auch allein imstande sein, den 
gegenüberstehenden Feind zu schlagen, zum mindesten würde er gebunden 
und der Freiheit des Handelns beraubt werden. 
Die ö.-u. Heeresleitung antwortete tags darauf, daß sie sich 
aus den gleichen Erwägungen veranlaßt gesehen habe, schon am 19. August 
die Bereitstellung der durch Teile der 4. Armee1) verstärkten 1. Armee zum 
umfassenden Angriff gegen den rechten Flügel der russischen Südwestfront 
zu befehlen. Für diesen Zweck sei bereits ein Vorstoß auf Kowel im Gange 
und die Versammlung starker Kräfte zwischen Wladimir Wolynsk und 
Kowel in Durchführung^). Im Zusammenhange damit sei in den nächsten 
Tagen auch der Befehl zum Angriff der 2. und Südarmee zu erwarten, 
dem sich auch die 7. Armee anschließen werde. 
Gleichzeitig erhielt die 1. Armee Weisung, sich so zu gruppieren, 
„daß der Angriff sogleich, jedenfalls aber nach dem Einlangen des 
XIV. Korps" im Raume um Kowel (24. August) beginnen konnte. „Zum 
Schutze des aus der Linie Wladimir Wolynsk—Kowel zunächst in all¬ 
gemeiner Richtung Lucs zu führenden Hauptstoßes" sollte vorerst Kowel 
durch das Kavalleriekorps Heydebreck^) (5. Kavallerie-Division, ö.-u. 4. Ka¬ 
vallerie-Division, ungarische 11. Kavallerie-Division) und eine Infanterie- 
Division des X. Korps fest in Besitz genommen werden. Zum Angriff auf 
Luck hatte sich dieses Korps bei Wladimir Wolynsk, das IX. bei und südlich 
von Turyjsk, das über Luboml herangezogene XIV. bei Kowel bereit¬ 
zustellen. Die von der 4. Armee im Anmarsch befindliche Gruppe Smekal 
(ö.-u. 4. und österreichische 45. Infanterie-Division) sollte als Armeereserve 
nach Bedarf verwendet werden. 
Am 21. August ergingen allgemeine Richtlinien für die 
Offensive des rechten Heeresflügels. Die 2. und Südarmee hatten auf ihren 
inneren Flügeln gleichzeitig mit der 1. anzugreifen, die 7. Armee sich 
beim Fortschreiten der Südarmee vom linken Flügel aus anzuschließen. 
Alle Armeen sollten bereit sein, bei vorzeitigem Rückzüge des Feindes die 
9 X. Korps (ö.-u. 2. und 24. I. D.), ö.-u. 62. und 10., oft. 26. I. D., IX. Kkdo., 
XVI. Korps (ö.-u. 3., öff. 21. I. D.). 
2) S. 427.
	        

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