Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Die Operation des Oberbefehlshabers Ost gegen Wilna. 
24. September. 
25. September. 
und seine Stellung hinter der Wilia auf 40 Kilometer Breite, bis Milcza, 
nach Osten dehnen. Cs kam aber auch Meldung, daß es einer Spreng- 
abteilung der 3. Kavallerie-Division gelungen sei, die Bahn Smolensk- 
Minsk südwestlich von Voriszow zu zerstören*). 
Für den 24. September hatte der Oberbefehlshaber O st die 
Fortsetzung des Angriffs befohlen, wobei die 8. Armee 
die Stoßrichtung südlich der Verezyna-Niederung erhielt, bereit zum Ein¬ 
schwenken gegen Norden. Die 10. Armee sollte weitere Kräfte nach 
ihrem linken Flügel verschieben und die Masse der Kavallerie in der Gegend 
von Dolhinow zum Vorgehen in südöstlicher Richtung bereithalten. Die 
1. Kavallerie-Division war an das Nordende des Narocz-Sees zur Ver¬ 
fügung der Njemen-Armee zu senden, damit sie zusammen mit der 
von Kowno nachrückenden 3. Infanterie-Division und einer Kavallerie- 
Division dieser Armee, den Raum zwischen Narocz- und Dryswjaty-See 
sperre. In Ausführung dieser Befehle kamen die 8. Armee und der West¬ 
flügel der 10. Armee hinter dem weichenden Feinde bis Krewo und bis 
vor Smorgon. Der ganze Ostflügel der 10. Armee aber sah sich durch 
russische Angriffe derart gebunden, daß an Verschiebungen nach links nicht 
zu denken war. 
An diesem Tage erfuhr der Oberbefehlshaber Ost von der Heeres¬ 
gruppe Prinz Leopold, daß ihre Gros auf Befehl der O b e r st e n 
Heeresleitung über die Szczara östlich von Varanowicze und den 
Serwetsch zunächst nicht hinausgehen sollten. Cr selbst hatte keinen ent¬ 
sprechenden Befehl erhalten, wollte versuchen, in der Richtung auf Minsk 
vorwärts zu kommen und erbat dazu die Mitwirkung der benachbarten 
Heeresgruppe. 
Am nächsten Tage, dem 25. September, als im Westen der französische 
Angriff losbrach, ging dann aber folgender grundlegender Befehl der 
Obersten Heeresleitung ein: „Seine Majestät hat in Erweiterung 
und Ergänzung der Weisung vom 27. August2) befohlen: Heeresgruppe 
Mackensen richtet die von ihrem linken Flügel schon eingenommene 
Stellung nördlich des Pripjet bis ausschließlich Telechany am Oginski- 
Kanal zu dauerndem Halten ein. — Heeresgruppe Prinz Leopold setzt 
mit dem Gros die Verfolgung nur bis in die ungefähre Linie Oginski- 
1) Der Schaden war (nach Knox, S. 339) „in einigen Stunden" wieder beseitigt. 
Die entscheidende Stelle, die Veresina-Vrücke bei Voriszow, hatte die Kavallerie nicht 
erreichen können, da sie durch ein russisches Bataillon mit Artillerie gesichert war. 
2) S. 489.
	        
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