Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Schlacht bei Wilna. Konzentrischer Angriff. 
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gaben zu lösen. Sie lagen vor russischem Widerstände sest. In welchem 
Maße, abgesehen von geleisteten Truppenabgaben, die Kraft in zwei An¬ 
griffsmonaten gesunken war, zeigen folgende Angaben über die Verhältniße 
bei der 12. Armee1): Sie hatte seit dem 13. Juli rund 1800 Offiziere und 
80 000 Mann verloren. 47 000 Mann inzwischen eingestellter Ersah und 
weitere 13 000, die im Anmarsch waren, hatten solchen Ausfall zwar rein 
zahlenmäßig zu drei Vierteln gedeckt, so daß die Bataillone nirgends unter 
600 Mann zählten, konnten aber bei weitem nicht in demselben Umfange 
ersehen, was der Truppe gerade an besten kriegserprobten Führern und 
Mannschaften entrissen war. 
Bei der 10. Armee teilte der Befehl für den allgemeinenAn -i«. September, 
griff am 16. September zunächst mit, daß die rechts anschließende 
8. Armee mit dem linken Flügel von Radun nach Osten vorgehen, die 
Rjemen-Armee den Rücken des Angriffs nördlich der Straße decken 
werde, die von Swenzjany über Postawy nach Osten führt. Der Angriff der 
10. Armee wurde mit zehn Divisionen der Armeemitte, davon sieben auf 
dem nördlichen Wilia-Ufer, konzentrisch gegen einen Raum angesetzt, der sich 
schließlich beiderseits von Wilna auf im ganzen 20 Kilometer verengerte, die 
Flügelgruppen mit je vier Divisionen dementsprechend. Im einzelnen soll¬ 
ten angreifen: Gruppe C a r l o w i tz mit vier Divisionen (verstärkte 6. Land- 
wehr-Vrigade, 87. und 89. Infanterie- und 16. Landwehr-Division) von 
Westen, Gruppe Lihmann mit fünf Divisionen (79. Reserve-Division, 
verstärkte Brigade Monteton, 3. Reserve-, 14. Landwehr- und 76. Reserve- 
Division) von Nordwesten, Gruppe Hutiermit 5 Divisionen (115. In- 
fanterie-Division, Abteilung Esebeck, 77. Reserve-Division, Division Zenker, 
31. Infanterie-, 75. Reserve-Division) von Norden, Gruppe Eben mit 
vier Divisionen (10. Landwehr-, 42., 58. und 2. Infanterie-Division) von 
Nordosten. Vom Kavalleriekorps Garnier, das die Südostflanke der 
Armee zu decken hatte, sollten zwei Divisionen im Rücken des Gegners die 
Oszmjanka-Äbergänge bei und östlich von Oszmjany sperren und die Bahn 
Molodeczno—Lida unterbrechen; die 3. Kavallerie-Division hatte sich 
gegen Molodeczno selbst zu wenden, wo ein russisches Armee-Haupt¬ 
quartier angenommen wurde, die Bahn Molodeczno—Minsk zu unter¬ 
brechen und Sprengabteilungen gegen die Bahn Minsk—Smolensk vor¬ 
zutreiben. Die 9. Kavallerie-Division, die, ohne nennenswerten Feind 
anzutreffen^), die Gegend östlich von Polusche erreicht und mit der baye¬ 
rischen Kavallerie-Division Fühlung aufgenommen hatte, konnte nun doch 
1) von Gallwitz, S. 364. 
2) S. 508. — Tatsächlich stand zwischen Narocz-See und Dünaburg, allerdings 
sehr weit auseinandergezogen, das russische Kav.-Korps Kasnakow mit 2% Divisionen.
	        
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