Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Die Operation des Oberbefehlshabers Ost gegen Wilna. 
13. September. 
14. September. 
besetzte Lücke zwischen den Gruppen Hutier und Eben für die Dauer sogar 
zu Bedenken Anlaß geben. Schon jetzt hatte General von Eben Teile 
seiner 10. Landwehr-Division dort zurückgelassen; auf die inzwischen bei 
Wilkomierz eingetroffene 75. Reserve-Division war frühestens in zwei 
Tagen zu rechnen. 
Am 13. September wurden die beiden rechten Flügeldivisionen des 
Korps Eben nach Süden gegen die Wilia östlich von Wilna eingedreht und 
die Frontalangriffe der Gruppen Hutier und Litzmann fortgesetzt; gleich¬ 
zeitig wurden aber bei diesen auch Kräfte herausgezogen, um sie der Gruppe 
Eben nachzuführen. Das Kavalleriekorps nahm mit drei Divisionen die 
Richtung nach Südosten gegen den Swir- und Narocz-See, kam bis 15 Kilo- 
meter über Swenzjany nach Süden hinaus und entsandte Sprengabteilungen 
zur Unterbrechung der von Smolensk über Polozk nach Molodeczno füh¬ 
renden Bahn. Da andererseits die Division Beckmann der Rjemen-Armee 
zum Vormarsch auf Dünaburg nach Norden weggezogen worden war1), 
hatte jetzt die 9. Kavallerie-Division an den Seen von Polusche die offene 
Nordflanke des Umsassungsflügels der 10. Armee allein zu sichern. 
Die Fortsetzung der Frontalangriffe brachte gegen den zähe haltenden 
Gegner auch an diesem Tage kein entscheidendes Ergebnis. Im Süden 
aber hatte sich der Rückzug der Russen vor der 8. Armee inzwischen nach 
rechts auf die Front der 12. Armee und nach links fast auf die ganze 
Front der Gruppe Carlowitz ausgedehnt. Diese war seit dem Vormittag 
in der Verfolgung und machte dabei aus ihrer bisher nach Südosten 
gerichteten Front um Lejpuny als Drehpunkt eine Linksschwenkung, die 
im Zusammenwirken mit der Gruppe Eben im weiteren Verlaufe zu 
doppelseitiger Umfassung der nordwestlich von Wilna haltenden Russen 
führen konnte. 
Am 14. September setzte der rechte Armeeflügel, gegen russische Nach¬ 
huten kämpfend, seine Linksschwenkung im Zusammenhang mit den Be¬ 
wegungen der 8. Armee so weit fort, daß er sich abends mit der Front 
nach Nordwesten dem Wersoka-Abschnitte näherte. Von Lejpuny über 
Troki Rowe bis nordwestlich und nördlich von Wilna stand der Gegner 
aber noch. Nordwestlich von Wilna wurde der deutsche Angriff jetzt von 
geringeren Kräften fortgesetzt, während weitere Teile nach Osten abrückten, 
um den Umfassungsflügel für die dort zu erwartenden Cntscheidungskämpfe 
stärker zu machen. Die als erste herausgezogene 42. Infanterie-Division 
wurde aber an diesem Tage schon zwischen der Division Zenker und der 
10. Landwehr-Division der Gruppe Eben, also auf der Mitte der Nord¬ 
front, wieder eingesetzt und brachte hier einen Fortschritt in der Richtung 
i) S. 535 f.
	        

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