Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

8. Armee. Einnahme von Grodno. 
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Auch die südlich anschließende deutsche 12. Arm e e hatte weiter Raum «.mss.Lep. 
gewonnen, rechts begleitet von der Heeresgruppe Prinz Leopolds. Am 
3. und 4. September stieß sie zehn Kilometer westlich von Wolkowysk 
sowie östlich von Indura auf neuen Widerstand, gegen den sie in vielfach 
schwierigem Gelände im Frontalangriff nur sehr langsam Raum gewann, 
während die 8. A r m e e durch den Rjemen-Äbergang noch aufgehalten war. 
Bereits am Nachmittage des 4. September verrieten jedoch aufgefangene 
russische Funksprüche, daß der Gegner den Rückzug auf der ganzen Front 
zwischen den Rokitno-Sümpfen und Grodno, vom Südflügel beginnend, in 
der nächsten Nacht fortsetzen werde. Dementsprechend ging es am 5. Sep¬ 
tember auf dem rechten Flügel der 12. Armee, am 6. auch auf deren linkem 
Flügel wieder weiter. Vor der 8. Armee aber hatte sich der Gegner 
20 Kilometer östlich von Grodno im Njemen-Vogen von südlich Skidel 
über die Seen von Feziory bis Druskieniki in starker Stellung von 
neuem gesetzt. 
Inzwischen war beim Oberbefehlshaber Ost der Gesamtplan 
für die Fortsetzung der Offensive gegen den Nordflügel der russischen Heeres- 
ftont weiter ausgereift. Angesichts der bevorstehenden Abgaben^) von zehn 
bis zwölf Divisionen, die mit zwei Divisionen schon am 15. September, 
wenn nicht sogar noch früher ihren Ansang nehmen sollten, sowie auch 
wegen der herannahenden ungünstigeren Jahreszeit, war Cile immer mehr 
geboten, wenn noch Entscheidendes erreicht werden sollte. Das Ein¬ 
verständnis der Obersten Heeresleitung zur Mitwirkung der Heeres¬ 
gruppen Mackensen und Prinz Leopold^) ermöglichte es, die 12. und 
8. Armee weiterhin in der allgemeinen Richtung auf Lida und nördlich, also 
nach Nordosten, zum Angriff einzusetzen und wenn möglich in dieser Rich¬ 
tung durchzustoßen, um Wilna auch von Süden zu fassen. Dabei bot der 
mnd 120 Kilometer südlich von Wilna auf längerer Strecke aus nord¬ 
östlicher Richtung fließende Rjemen eine geeignete Begrenzung des An¬ 
griffsraumes nach rechts. Die 12. Armee sollte ihre HaupÜräfte alsbald 
auf das nordwestliche, rechte Äser des Fluffes hinüberführen, während auf 
dem Südostufer schwächere Teile im Anschluß an die Heeresgruppe Prinz 
Leopold die Flanke deckten. Im Norden konnte die Sicherung gegen die 
russische 5. Armee und gegen die von Smolensk, Petersburg und Riga nach 
Dünaburg führenden Bahnen durch Angriff der Njemen-Armee in dieser 
Richtung am wirksamsten gestaltet werden. Wie weit die 10. Armee dann 
!) S. 555. — -) S. 492 f. — 3) S. Ebenda. 
t Weltkrieg. VIII. Band. 
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