Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Die Operation des Oberbefehlshabers Ost gegen Wilna. 
24. und 
25. August. 
26. August. 
Wirkung zu bringen, setzte es Generaloberst von Eichhorn nunmehr auf dem 
westlichen Njemen-5lfer nach Norden in Marsch, damit es nördlich von 
Preny das Ostufer gewinne. 
Inzwischen wich der Gegner auf diesem Ufer vor der Gruppe Litzmann 
weiter aus. Auf dem äußersten Nordflügel überschritten die 4. und 
1. Kavallerie-Division nebst Abteilung Esebeck, jetzt unter einheitlicher Lei¬ 
tung des inzwischen neu aufgestellten Höheren Kavalleriekommandeurs 6, 
Generalleutnants von Garnier, am 24. August die Wilia und nahmen 
nordwärts Anschluß an den westlich von Wilkomierz stehenden Südflügel 
der Njemen-Armee^). 
Am 25. August wurde das Kavalleriekorps Garnier zum Vorgehen auf 
dem rechten Wilia-Ufer gegen Wilna angesetzt, wo der russische Wider¬ 
stand einstweilen nur schwach zu sein schien. General Litzmann hielt 
es daher für aussichtsvoll, seine drei nördlichen Divisionen ebenfalls über 
die Wilia zu führen, um auch mit ihnen, von Norden umfassend gegen 
Wilna vorzugehen. Generaloberst von Eichhorn, dessen Haupt¬ 
quartier seit dem 23. August nach Kowno vorverlegt worden war, lehnte 
dieses Vorhaben aber ab, da es „eine Zerreißung der Armee unter zu 
starker Schwächung der südlich der Wilia im Kampf stehenden Kräfte er¬ 
geben"^) hätte, ohne die Gewähr schnellen Fortschreitens nördlich der Wilia 
zu bieten. „Vorgehen südlich an Wilna vorbei mit versammelter Kraft 
unter Deckung der Nordflanke nördlich der Wilia" durch das Kavallerie¬ 
korps mußte nach Ansicht des Armee-Oberkommandos zu schnellerem und 
gesichertem Fortschreiten führen. „Dabei wurde nicht verkannt, daß bei 
Verfügbarsein weiterer Kräfte ein Vorstoß nördlich Wilna vermehrte Hoff¬ 
nung auf zeitgerechtes Vorlegen vor die zurückgehenden feindlichen Haupt¬ 
kräfte gegeben hätte." Cs wurde besohlen: „Der Amsassungsflügel bleibt 
südlich der Wilia." 
Am 26. August näherte sich die Gruppe Litzmann in der Verfolgung 
bereits dem Seengebiet von Troki Nowe, wo sie etwa 30 Kilometer west¬ 
lich von Wilna aus starken Widerstand stieß. Links daneben war nördlich 
von der Wilia das Kavalleriekorps Garnier bis auf gleiche Höhe vorwärts¬ 
gekommen, hatte aber seine 4. Kavallerie-Division stark zurückhalten müssen, 
um die nach Nordosten weitgedehnte offene Flanke zu sichern, in der die 
benachbarte 3. Kavallerie-Division der Njemen-Armee an diesem Tage 
erst Wilkomierz nahm. Rechts von der Gruppe Litzmann hatte das 
XXI. Armeekorps unter Generalleutnant von Hutier, mit den Hauptkräften 
1) e. 535. 
2) Eintragung int Kriegstagebuch des Oberkommandos 10 vom 25. August 1915.
	        

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