Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

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Die Offensive der Verbündeten auf Brest Litowsk. 
planmäßige Räumung der Festung Brest Litowsk und den geordneten 
Abmarsch der russischen Masten nach Osten zu ermöglichen. Cr hielt daher 
schnelles Zugreifen und beschleunigten Angriff auf die Festung westlich des 
Bug für unbedingt erforderlich. Am 22. August wies er seine Korps 
darauf hin, mit dem entscheidenden Angriff keinesfalls zu warten, bis die 
in Aussicht gestellte, frühestens am 28. und 29. August feuerbereite Be- 
lagerungsartillerie eingetroffen sein würde. Die nächsten Tage gingen mit 
den nötigen Vorbereitungen für handstreichartigen Angriff hin. 
Infolgedessen wurden an der Front der Heeresgruppe Mackensen west¬ 
lich des Bug wesentliche Fortschritte zunächst nur nördlich des Krzna- 
Baches erzielt. Hier erreichte die 11. Armee bereits am 21. August den 
Bug, ihr linker Flügel (Korps Kosch) stieß über ihn hinaus bis an 
den Koterka-Abschnitt vor, wo er in heftige Kämpfe verstrickt wurde. In 
diese griffen in den nächsten Tagen von Süden her die 44. Reserve-Division 
über den Bug und von Rorden her die 103. Infanterie- und 47. Reserve- 
Division sowie rückwärtige Teile der ö.-u. 4. Armee ein, ohne daß die beab¬ 
sichtigte Umfassung des Gegners gelang. Cs schien, daß die Rüsten aus 
der Festung Artillerie mit reichlicher Munitionsausstattung zur Stützung 
ihrer Abwehr herangezogen hatten. Erst als am 24. August auch das 
Gardekorps unterhalb der Krzna-Mündung über den Bug vorstieß, 
schwenkte der Feind in eine nach Westen gerichtete Front zurück. 
Die ö.-u. 4. Armee erreichte an diesem Tage mit ihrem linken Flügel 
in engem Anschluß andieArmee-AbteilungWoyrschdie Gegend 
südlich von Rusily, der Nordflügel der 9. Armee über Kleszczele den 
Westrand des Waldes von Vialowiez. In ernsteren Kämpfen im Quell¬ 
gebiet des Nurec am 22. und 23. August hatten das deutsche Landwehr¬ 
korps, die Landwehr-Division Vredow und das Korps Scheffer wieder grö¬ 
ßere Gefangenenzahlen melden können, insgesamt rund 10 000 Mann und 
25 Maschinengewehre. Bereits am Abend des 23. August hatte die Oberste 
Heeresleitung dem Oberkommando der Heeresgruppe Prinz Leopold mit¬ 
geteilt, es sei nicht beabsichtigt, den linken Flügel weiter als bis an den 
Westrand des Waldes von Vialowiez folgen zu lasten. Von großer Bedeu¬ 
tung würde es sein, dort nur mit schwachen Teilen abzusperren, mit starken 
Kräften aber südlich des Waldes „so schnell wie möglich vorzustoßen, um 
dann in allgemein südlicher Richtung gegen die Rückzugsstraße des jetzt noch 
vor der ö.-u. 4. und deutschen 11. Armee befindlichen Feindes zu operieren'"). 
Indessen, wie die Dinge sich bis zum Abend des 24. August bei den 
Heeresgruppen Mackensen und Prinz Leopold entwickelt hatten, bot sich 
H S. 367.
	        

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