Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Rechtsschwenkung der Heeresgruppe Mackensen gegen Brest Litowsk. 425 
entschloß sich, das kurz zuvor als Sicherung am Vug eingesetzte X. Armee¬ 
korps hinter dem linken Flügel der 11. Armee nachzuziehen. 
Unter Durchführung der befohlenen Ablösungsbewegungen konnten am 
17. August der linke Flügel der Vug-Armee und die 11. Armee nach rechts 
in die Linie nördlich von Koden—Ianow einschwenken. Die ö.°u. 4. Armee 
erreichte auf schmalem Raume den Vug südöstlich von Niemirow, wo die 
Heeresgruppe Prinz Leopold anschloß. Auf dem jenseitigen Ufer schanzte 
der Feind. Die große Straße von Brest Litowsk nach Kobryn war mit ab¬ 
marschierenden Kolonnen aller Waffen bedeckt. Rach Agentennachrichten 
sollte die russische Führung beabsichtigen, die Festung nur so lange zu halten, 
als sie für die Rückwärtsbewegung des Feldheeres ausgenutzt werden konnte. 
Für langandauernde Verteidigung fehle es an Munition. In der Festung 
selbst mußten aber gegenwärtig noch starke Kräfte auf engem Raume zu¬ 
sammengedrängt sein. Da auch ein neues Generalkommando (XXXIV.) 
in Brest Litowsk durch Abhören festgestellt war, zog das Oberkommando 
Mackensen, dem Hinweis des Generals von Falkenhayn entsprechend, die 
Möglichkeit eines Vorstoßes aus der Festung in Erwägung und stellte hier¬ 
gegen das Gardekorps sowie die 103. und 119. Infanterie-Division hinter 
dem rechten Flügel der 11. Armee bereit. Da im übrigen die Oberste Heeres¬ 
leitung bereits den baldigen Angriff auf die Festung in Aussicht nahm, 
beauftragte Generalfeldmarschall von Mackensen die Vug-Armee mit der 
Einschließung auf der Süd- und Westfront und demnächst mit dem Angriff 
und unterstellte ihr dazu auch das jetzt auf dem rechten Flügel der 
11. Armee stehende ö.-u. VI. Korps. 
Der Rückzug der Ruffen östlich des Vug nahm seinen Fortgang. In¬ 
folgedessen glaubte Generalfeldmarschall von Mackensen im Rahmen der 
ihm erteilten Weisungen nunmehr den Versuch machen zu sollen, durch einen 
Vorstoß des Kavalleriekorps HeydebreckH von Wladimir Wolynsk auf und 
über den Bahnknotenpunkt Kowel die Verbindungslinie der russischen 13. 
und 8. Armee und damit auch die von Brest Litowsk nach Südosten zu 
durchschneiden. Die ö.°u. 1. Armee erhielt entsprechenden Befehl. 
Generaloberst von Conrad legte freilich noch aus anderen Gründen auf 
die baldige Inbesitznahme von Kowel hohen Wert. Bereits am 14. August 
hatte er, anknüpfend an seine schon früher angedeuteten Pläne2), General 
von Falkenhayn gegenüber in Teschen die Absicht ausgesprochen, die zum 
größten Teil aus der vorderen Front der Heeresgruppe Mackensen heraus¬ 
gedrückte 4. Armee nach und nach mit der 1. Armee an der Bug-Front zu 
vereinigen und beide Armeen von dort zunächst in der Richtung auf Kowel 
17. August. 
18. August. 
H S. 413. — -) S. 417.
	        

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