Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Linksschiebung der 11. Armee. 
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nach Nordosten gegeben totsten wollte, da der Feind im Begriff zu stehen 
schien, auch seine Weichsel-Front preiszugeben, die Kämpfe also auf der 
ganzen Linie in eine operative Verfolgung überleiteten. Cr schlug daher 
am 4. August in einem Telegramm an General von Falkenhayn vor, der 
ö.-u. 4. Armee die allgemeine Richtung auf Parczew, der 11. Armee auf 
Wlodawa anzuweisen und die Bug-Armee auf das östliche Bug-Ufer zu 
nehmen. Obwohl auch General Tappen für diesen Gedanken eintrat, ver¬ 
hielt sich General von Falkenhayn ablehnend mit der Begründung, daß 
dadurch die von Generalfeldmarschall von Mackensen in nördlicher Rich¬ 
tung bereits angeordnete und eingeleitete „einträgliche Verfolgung" gestört 
würde. 
Die ö.-u. 1. Armee erreichte am 4.August befehlsgemäß mit der 
Gruppe Szurmay den Lug und überschritt diesen Fluß mit dem Kavallerie- 
korps Heydebreck bei Wladimir Wolynsk und Uscilug. Die Armee Hatte die 
Bug-Sicherung bis Dubienka durch die ihr unterstellte ungarische 11. Kaval¬ 
lerie-Division zu übernehmen. 
Der Oberbefehlshaber der Bug-Armee, General von Linsingen, 
hielt angesichts der Tatsache, daß der Feind nicht nur vor seiner Front, 
sondern auch östlich des Bug in nördlicher Richtung zurückging, ein Über¬ 
greifen seines rechten Flügels auf das jenseitige Bug-Ufer zum Zweck des 
Zusammenwirkens mit dem Kavalleriekorps Heydebreck für wirksamer als 
die Fortsetzung der Verfolgung mit allen Kräften diesseits des Flusses. 
Er hatte daher dem XXXXI. Reservekorps befohlen, „auf der Linie 
Uscilug—Dubienka den Bug zu forcieren und gegen Luboml und westlich 
davon vorzugehen". Dieser Auftrag mußte nach Eintreffen des Befehls der 
Heeresgruppe rückgängig gemacht werden. Das XXXXI. Reservekorps 
wurde nunmehr mit der Maste dem rechten Armeeflügel nachgeführt, um 
später hier zum Einsatz zu gelangen. Die gesamte Armeefront vollzog im 
Vorschreiten die befohlene Linksschiebung und erreichte nach Ablösung des 
ö.-u. VI. Korps und von Teilen des Gardekorps mit dem linken Flügel 
Garbatowka. 
Die 11. Armee bildete drei Stoßgruppen unter den Generalen Frei¬ 
herr von Plettenberg (Gardekorps und 22. Infanterie-Division), von Fal¬ 
kenhayn (44. Reserve-Division und ö.-u. VI. Korps) und von Emmich 
(Korps Kosch und X. Armeekorps mit Garde-Kavallerie-Division). Als 
Armeereserven folgten hinter dem rechten Flügel die 43. Reserve-Division, 
hinter dem linken Flügel die 119. und 103. Infanterie-Division. Bis zum 
Abend erreichte die Armee die neue schmale Front Garbatowka—Czernie- 
jow am Wieprz. 
Die ö.-u. 4. Armee sollte ihr Vorgehen mit dem rechten Flügel auf
	        

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