Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Die Verfolgung läuft zwischen Bug und Weichsel fest. 
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Bereits am 1. Juli hatte er in einer Unterredung mit dem Armee-Ober¬ 
kommando 11 in Rawa Ruska entscheidenden Wert auf möglichst rasches 
und ununterbrochenes Vorwärtskommen der Heeresgruppe gelegt und tags 
darauf durch Generalmajor*) Tappen in Teschen darauf hinweisen lassen, 
daß der rechte Flügel der 11. Armee in der Bug-Sicherung durch die 
2. Armee beschleunigt abgelöst und die als künftiger Flankenschutz aus¬ 
ersehene 1. Armee möglichst stark gemacht werden müsse. In persönlicher 
Aussprache mit Generaloberst von Conrad am 3. Juli in Teschen hatte 
er ferner vorgeschlagen, die 11.Armee durch die ganze Südarmee zu ver¬ 
stärken, um dem Stoße der Heeresgruppe Mackensen größten Nachdruck zu 
verleihen. Da indessen der ö.-u. Generalstabschef Bedenken äußerte, ob dann 
die nach Osten gerichtete Deckungsfront noch stark genug bleiben würde, 
hatte man sich schließlich darauf geeinigt, der Südarmee nach Erreichen der 
ZlotaLipa zunächst nur zwei Divisionen zur Verstärkung der 11. Armee 
zu entnehmen. Am Abend des 3. Juli wies nunmehr General von Falken¬ 
hayn das Armee-Oberkommando 11 dringend darauf hin, daß eine Ver¬ 
zögerung des Vormarsches vermieden werden müsse, „denn je länger der 
Feind Zeit und die Bahn bei Lublin in der Hand behalte, um so schwerer 
werde er zu schlagen sein". Generalfeldmarschall von Mackensen konnte ihm 
jedoch am Morgen des 4. Juli melden, daß die ö.°u. 4. Armee, die inzwischen 
am 3. Juli ihren Einbruch östlich von Krasnik erheblich erweitert hatte, 
keineswegs angehalten worden sei; vielmehr sollte sie gemeinsam mit dem 
linken Flügel der 11. die Offensive fortsetzen. Diese Meldung verband er 
jedoch pflichtgemäß mit dem Hinweis, daß bei den angreifenden Armeen 
bereits ein sehr starker Kräfteverbrauch eingetreten sei, und daß die Masse 
der 11. Armee zu neuem Angriffe erst befähigt sein werde, wenn durch den 
Einsatz der ö.°u. 1. Armee etwa am 13. Juli eine wirksame Entlastung für 
sie erfolge. General von Falkenhayn wies nunmehr am Abend des 4. Juli 
das Armee-Oberkommando 11 nochmals dringend darauf hin, daß eine Ver¬ 
zögerung des Vormarsches vermieden werden müßte. Auch wandte er sich 
aufs neue an Generaloberst von Conrad mit der Bitte, die Ablösung des 
Beskidenkorps durch die 2. Armee und den Antransport der 1. Armee zu 
beschleunigen. Gleichzeitig ersuchte er um Zustimmung zur sofortigen Ab¬ 
gabe der beiden Divisionen der Südarmee sowie ihres Oberkommandos zur 
Bildung einer neuen Armee im Verbände der Heeresgruppe Mackensen. 
Die Fortsetzung der Teiloffensive brachte zunächst noch einige Erfolge. 4. ots s. su«. 
Am 4. Juli gelang es dem linken Flügel der 11. Armee, unter Kämpfen die 
Linie Plonka—Turobin zu erreichen. Auch der Angriffskeil der 4. Armee 
*) Vgl. S. 281 Anm. 4.
	        

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