Full text: Die Operationen des Jahres 1915 ; [2]. Die Ereignisse im Westen im Frühjahr und Sommer, im Osten vom Frühjahr bis zum Jahresschluß (8. 1932)

Der Beginn der Einschließung. 
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7. Die Eroberung von Nowogeorgiewsk*). 
Karte 6, Skizzen 21 und 23. 
Nowogeorgiewsk war die größte und stärkste aller russischen 
Festungen und die einzige Festungsanlage im westlichen Polen, die im 
Jahre 1910 von der Auslastung ausgenommen und seitdem neuzeitlich weiter 
ausgebaut worden war. An der Einmündung des Narew in die Weichsel 
gelegen, sicherte sie zusammen mit den östlich anschließenden veralteten Forts 
Dembe, Zegrze und Venjaminow den Narew-Kbergang nördlich von War¬ 
schau und sperrte die östlich der Weichsel nach Warschau führende Bahn, 
die innerhalb der Festung die Flüsse Wkra und Narew zu überqueren 
hatte. Acht über die Stadtumwallung hinaus vorgeschobene ältere Forts 
umschlossen einen Raum von etwa elf Kilometer Durchmesser. Auf der 
Nord- und Westfront hatten die Russen vier bis fünf Kilometer vor der 
alten eine neue, aus Panzergruppen bestehende Vefestigungslinie begonnen. 
Sie war seit Kriegsbeginn rasch weiter gefördert und die Erweiterung auch 
auf andere Fronten ausgedehnt worden. In etwa derselben Entfernung über 
diese äußere Vefestigungslinie hinaus waren tiesgegliederte, vorgeschobene 
Stellungen entstanden. 
Am 17. Juli rückte der rechte Flügel der Armee-Gruppe G a l l -17. ms 21.1«a. 
w i H, Korps Dickhuth und XVII. Reservekorps, gegen die Nordftont von 
Nowogeorgiewsk vor. Dabei wollte es ein günstiger Zufall, daß der leitende 
Ingenieuroffizier der Festung, der im Kraftwagen über die eigenen Linien 
hinaus vorgefahren war, tot, aber mit wertvollem Kartenmaterial, in 
deutsche Hand fiel. Tags daraus näherte sich auf dem südlichen Weichsel- 
Ufer auch der linke Flügel der 9. Armee, Abteilung Westernhagen, den 
Vorstellungen der Festung. Vis zum 20. Juli hatte man beim General¬ 
kommando des XVII. Reservekorps aus mitgehörten russischen Funk¬ 
sprüchen, Flieger- und Patrouillenmeldungen die Auffassung gewonnen, 
daß nur schwacher Feind gegenüberstehe^); starke Teile, das russische 
XXVII. Korps, schienen die Festung nach Süden und Osten zu ver¬ 
lassen. Generalleutnant Suren hielt die Möglichkeit für gegeben, die 
Festung am folgenden Tage durch Handstreich zu nehmen. General 
von Gallwitz aber verhinderte die Ausführung dieses wohl kaum Erfolg 
versprechenden Vorhabens, zu dem die Bewegungen bereits eingeleitet 
waren. Zugleich aber stellte der Oberbefehlshaber Ost den Kommandie¬ 
renden General des III. Reservekorps, General der Infanterie v 0 nVe - 
0 Eine eingehende Darstellung enthält Heft 4 der „Schlachten des Weltkrieges": 
Bettag: „Die Eroberung von Nowogeorgiewsk." — 2) Vgl. S. 309.
	        

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